Stadt und MHK wollen über Radstrecken sprechen

Ist Radeln in der Karlsaue bald legal?

Eigentlich ist es seit Montag laut Parkordnung wieder verboten: das Radfahren durch die Karlsaue. Archivfoto: Herzog

Kassel. 100 Tage lang wurden während der documenta 13 beide Augen zugedrückt, weil die Parkordnung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) quasi ausgesetzt worden war. Seit Montag ist sie nun wieder in Kraft. Deshalb sind Radfahren und offene Feuer in der Karlsaue wieder verboten.

Zudem dürfen Hunde nur an der Leine durch die historische Parkanlage geführt werden, sagt Dr. Gisela Bungarten (MHK-Projektmanagement).

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Dabei hatte es bereits während der d 13 Stimmen (unter anderen von Grünen, Piraten und dem Verkehrsclub Deutschland) gegeben, die eine freie Fahrt für Radler durch die Karlsaue auch nach der Kunstschau gefordert haben. Dass das generelle Radfahrverbot zum Teil aufgehoben werden könnte, zeichnet sich jetzt ab. Laut Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) wird es innerhalb der nächsten vier Wochen ein Gespräch mit der MHK geben. Er habe das Ziel, das Radwegenetz in der Stadt an dieser Stelle zu schließen. Wenn im kommenden Jahr das Kombibad an der Fulda eröffnet werde, sei es besonders wichtig, dass die Karlsaue zumindest an einer Stelle von Radfahrern gequert werden dürfe, sagt Nolda.

Zudem wolle man mit der MHK über die Erfahrungen sprechen, die mit Radfahren während der Kunstschau gemacht worden sind. Welche Schäden sind durch die Räder auf den wassergebundenen Decken der Wege entstanden, wie war die Reaktion der Fußgänger?

Es habe in den vergangenen 100 Tagen durchaus Beschwerden von einzelnen Fußgängern gegeben, da wenige Radfahrer rücksichtslos in der Karlsaue unterwegs gewesen seien, sagt Bungarten. Allerdings sei das Gros der Radler gesittet gefahren.

Der MHK sei es bewusst, dass ein Zugang zum neuen Auebad für Radfahrer geschaffen werden müsse. Das sei allerdings nicht ganz einfach und ungefährlich, weil zum Teil die Wege in der Karlsaue auch über Brücken führten, sagt Bungarten. Man vertrete bei der MHK den Standpunkt, nicht den gesamten Park für Radfahrer freizugeben, sondern nur einzelne Querungen. „In erster Linie handelt es sich bei der Karlsaue um eine barocke Parkanlage, die wir auch für kommende Generationen schützen wollen. Erst danach handelt es sich um eine Stätte für den Freizeitsport“, sagt Bungarten.

Die Schäden, die während der Kunstschau auf den Grünflächen und Wegen im Park entstanden sind, würden von der documenta behoben. Das sei im Vorfeld vertraglich geregelt worden.

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