Die TSG Wilhelmshöhe bietet Dirt-Bikern Heimat auf Gelände an den Stockwiesen an

Radeln auf dem Sportplatz?

Carsten Stöckel

Kassel. Für Kassels Dirt-Biker bahnt sich eine Lösung an, wie sie ihre Leidenschaft, mit dem Fahrrad über buckelige Pisten zu fahren, künftig legal ausüben können, ohne andere dabei zu stören.

Carsten Stöckel, Sprecher der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Wilhelmshöhe, machte jetzt einen Vorschlag, den bislang fast alle Beteiligten als ideal bezeichnet haben: Die Dirt-Biker könnten einen vereinseigenen Hartplatz in Nachbarschaft zum Sportplatz Stockwiesen nutzen. Das 70 mal 45 Meter große Terrain war in den 1970er-Jahren als Handball-Platz angelegt worden. Zuletzt war er so gut wie nicht mehr genutzt worden. „Unser Verein hat ohnehin einen regen Zulauf an Jugendlichen, und wir würden uns auch über die Dirt-Biker freuen“, sagt Stöckel. Auch sein 13-jähriger Sohn Tim gehöre zur Kasseler Dirt-Bike-Szene, die Stöckel auf insgesamt 200 bis 300 Anhänger schätzt.

„Das eingezäunte Gelände ist bestens geeignet“, sagt Johannes Schade vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Kassel. Direkte Anwohner, die sich gestört fühlen könnten, gibt es nicht, das Gelände an der Bahntrasse ist von Grün umgeben, liegt zudem zentral an einem Radweg und ist für Jugendliche – auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln – gut zu erreichen. Zurzeit prüfe das Umwelt- und Gartenamt, ob die Fläche entsiegelt werden muss oder ob die für die Trendsportler benötigten Bauten wie Rampen und Hügel auf den Belag aufgetragen werden können. Auch die Kosten würden ermittelt. Ein abschüssiges Gelände, so Schade, sei für das Dirt-Biking nicht notwendig. Anfahrthügel könnten angelegt werden.

Die TSG plant, im Falle einer Einigung mit allen Beteiligten, eine neue Sparte „Radsport“ zu gründen. Dirt-Biker, Down-Hiller und weitere Anhänger neuer Trendsportarten auf dem Fahrrad könnten Mitglied werden. Damit sei der Versicherungsschutz gewährleistet, die Sportler könnten Vereinseinrichtungen wie Duschen und anderes nutzen und seien „rundum eingebunden“, so Stöckel. Sogar Flutlicht stehe zur Verfügung.

Es würden genügend Schlüssel an die Dirt-Biker ausgegeben, damit immer gewährleistet sei, dass auf dem Terrain zu vereinbarten Kernzeiten jederzeit gefahren werden kann. Der Beitrag im 1380 Mitglieder starken Verein würde sich auf etwa 80 Euro im Jahr belaufen. Für Baukosten müsste die Stadt aufkommen. Gegebenenfalls könnte gemeinsam nach Sponsoren gesucht werden. „Wir stehen in den Startlöchern, uns für die Dirt-Biker einzubringen“, sagt Stöckel. Sein Vereinskollege Thomas Vogel lobte während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Bad Wilhelmshöhe das Engagement und die Kooperationsbereitschaft der jugendlichen Dirt-Biker.

Johannes Schade erklärte, dass beide Möglichkeiten für eine neue Strecke – am Friedhof Harleshausen und am Sportplatz Stockwiesen – zunächst weiterverfolgt werden. KOMMENTAR, ARTIKEL UNTEN

Von Christina Hein und Sabine Oschmann

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