Kasseler Wissenschaftler haben 3 D-Videospiel zur Verkehrserziehung entwickelt

Radfahren am Computer

Dieter Wloka

Kassel. Fahrradfahren am Computer lernen? Mit einem 3 D-Videospiel, das im Fachgebiet Technische Informatik der Universität Kassel entwickelt wurde, ist das möglich. Der Simulator RMS Fahrradwelt soll insbesondere die Verkehrserziehung an Schulen unterstützen und steht kostenfrei zur Verfügung.

Mit dem Programm können Lehrer eigenständig komplexe Verkehrssituationen nachstellen und gezielt verschiedene Szenarien wie etwa das Linksabbiegen, Fahren und Bremsen, Handzeichen geben oder das Radfahren an Kreuzungen entwerfen. „Mithilfe des Editors gestalten sie zunächst eine virtuelle Umgebung, in der sie Straßen zeichnen, Verkehrsschilder aufstellen oder Gebäude hinzufügen“, sagt Yasser Jaffal, der das Programm zusammen mit Fachgebietsleiter Prof. Dieter Wloka entwickelt hat. Selbst Autos fahren dort autonom und reagieren dank eingebauter künstlicher Intelligenz spontan auf bestimmte Situationen und Verhaltensweisen des Radfahrers. Anschließend wird das Ganze in einen dreidimensionalen, virtuellen Parcours umgewandelt. Ihn kann der Nutzer dann durchfahren, gesteuert wird per Maus und Tastatur.

„Nachdem die Karte in eine Datenbank geladen und mit einem Zugangscode versehen wurde, können die Schüler sich mit dem Internet verbinden und das Spiel herunterladen“, erklärt Wloka. Kartennummer und Zugangscode erhalten die Schüler vom Lehrer per E-Mail oder SMS. Natürlich gibt es auch bereits fertige Szenen, die hochgeladen werden können. Ziel des Spiels ist es, die verschiedenen Szenarien zu Hause am Rechner unter Einhaltung der Verkehrsregeln erfolgreich abzuschließen. Das Programm zeichnet die einzelnen Aktionen während des Spiels auf. So kann der Lehrer das Verhalten der Schüler überprüfen, bewerten und anschließend mit den Schülern besprechen. Die einzelnen Szenarien können gespeichert werden. Und so kann nach und nach ein ganzer Pool an Lernsituationen entstehen.

Selbst lokale, schulnahe Straßenzüge und Verkehrssituationen können laut Wloka nachgestellt werden. „Mit dem Programm lernen Schüler auf spielerische Art und Weise wichtige Verkehrsregeln, die sie auf den realen Straßenverkehr übertragen können“, sagt er.

Er hofft, dass die Software möglichst viel im Schulunterricht zum Einsatz kommt und bundesweit genutzt wird. Laut Wloka gibt es bisher noch keine vergleichbare Software. Fotos: Konrad/Archiv

Von Mirko Konrad

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