Radfahr-Verbot

Radfahren ist in der Karlsaue in Kassel verboten - Protex kontrolliert

Verboten und wird nicht mehr geduldet: Radfahren in der Kasseler Karlsaue.
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Verboten und wird nicht mehr geduldet: Radfahren in der Kasseler Karlsaue.

In der Karlsaue in Kassel ist Radfahren nicht erlaubt, wie die Museumslandschaft Kassel jetzt bestätigt. Radfahrer werden mitunter von der Parkaufsicht gestoppt.

Kassel – Anlässlich der documenta 13 im Jahr 2012 war Radfahren in der Karlsaue in Kassel gestattet. Während der 100 Tage Kunstausstellung war vor neun Jahren die Parkordnung der Museumslandschaft Hessen (MHK) deshalb ausgesetzt worden. Diese vorübergehende Regelung hat dazu geführt, dass zumindest ein Teil der Menschen immer noch denkt, dass das Radfahren in der Karlsaue mittlerweile geduldet wird.

Dazu gehört auch Sebastian Krück (48) aus Kassel, der am Sonntag mit seiner Frau und den beiden Kindern in der Karlsaue mit den Fahrrädern unterwegs war. Als die Familie an der Sichtachse zwischen Orangerie und Tempelchen fuhr, hätten plötzlich Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Protex sie aufgefordert, vom Rad abzusteigen. Ein Mitarbeiter habe sich ihm in den Weg gestellt und auf das Verbot aufmerksam gemacht.

Krück war davon überrascht. Er habe ja Verständnis dafür, dass Raser in der Aue gestoppt werden. Aber wo sollen Menschen mit kleinen Kindern in Kassel noch sicher Radfahren? fragt er. Zudem will er wissen, wer die Protex-Mitarbeiter legitimiert habe, solch ein Verbot auszusprechen.

Kassel: Radfahren in der Karlsaue ist verboten - Kontrolle durch Protex 

Das hat die MHK getan, sagt Sprecherin Lena Pralle. Protex sei mit der Parkaufsicht beauftragt worden. In jüngster Zeit hätten die Beschwerden über Radfahrer zugenommen. Zwar sei es noch nicht zu Unfällen zwischen Radfahrern und Fußgängern gekommen, aber immer wieder zu gefährlichen Situationen, so Pralle. Man dürfe bei der Debatte nicht vergessen, dass immer mehr Menschen auf den schnelleren E-Bikes unterwegs seien. Pralle stellt klar: Das Radfahren in der Karlsaue ist nur zwischen der Menzelstraße und dem Marmorbad auf dem Herkules-Wartburg-Fernradweg gestattet.

Die Parkaufsicht dürfe zwar die Radfahrer auf das Verbot aufmerksam machen, aber habe keine Befugnis, ein Ordnungsgeld zu erheben. Allerdings könne die Parkaufsicht die Polizei oder das Ordnungsamt rufen, so Pralle.

Während der documenta 13 in Kassel hatte es Stimmen (unter anderen von Grünen, Piraten und dem Verkehrsclub Deutschland) gegeben, die eine freie Fahrt für Radler durch die Karlsaue auch nach der Kunstschau forderten. Auch Stadtbaurat Christoph Nolda (Grüne) hatte damals angekündigt, mit der MHK über die Legalisierung des Radfahrens in der Karlsaue zu sprechen. Zu solch einer Einigung ist es laut Pralle bis heute nicht gekommen. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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