Vor Gesundheitszentrum fanden Radler keinen Parkplatz

Radfahren in Kassel: Monatelanges Warten auf Radständer

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Vor dem Gesundheitszentrum in der Wilhelmshöher Allee stand mehrere Monate lang nur noch die Hälfte der Radständer zur Verfügung.

Kassel will attraktiver werden für Radfahrer. Wie die Wirklichkeit aussieht, erfuhr man auf der Wilhelmshöher Allee. Seit Monaten fehlten dort Radständer. Die Geschichte eines Schildbürgerstreichs.

Aktualisiert am 20. November um 17.30 Uhr: Kassel, da sind sich fast alle einig, soll attraktiver werden für Radfahrer. Darum haben in den vergangenen Monaten fast 22.000 Menschen für ein Bürgerbegehren zur Förderung des Radverkehrs unterschrieben. Die Initiative fordert nicht nur mehr und sichere Radwege, sondern auch neue Radständer. Mindestens 1000 zusätzliche Abstellmöglichkeiten sollen jedes Jahr in der Stadt entstehen. Wie schwierig das werden könnte, zeigte sich vor dem Gesundheitszentrum in der Wilhelmshöher Allee. Dort fehlt seit mehr als drei Monaten die Hälfte der Radständer.

Was wie ein Schildbürgerstreich klingt, begann Mitte August. Da wurden alte Radständer abmontiert und durch sechs neue ersetzt, die mittleren Reihen blieben jedoch leer. Stattdessen warnte ein Schild mehrere Wochen lang, dass vor dem Eingang des Gesundheitszentrums keine Räder mehr abgestellt werden dürften. Die Firma, die für den Austausch der Bügel verantwortlich ist, hatte vergessen, das Schild wieder abzubauen. Auch als das Schild weg war, fehlten die sechs neuen Radständer immer noch.

Der Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex und wurde nicht von HNA.de erstellt.

Vor allem in der Mittagszeit und am frühen Abend war es schwierig, einen Parkplatz zu finden. Manche Radler, die im Tegut einkauften, das Fitnessstudio besuchten oder einen der zahlreichen Mediziner dort aufsuchten, schlossen ihr Velo darum an einem der noch jungen Bäume ab.

Wir hatten bereits Anfang September bei der Stadt angefragt, wann die fehlenden Bügel montiert werden. Damals hieß es, "die fachliche Abstimmung zwischen den beteiligten Ämtern läuft noch. Sobald diese abgeschlossen ist, wird die Maßnahme umgehend ausgeführt."

Mittlerweile stehen neue Ständer.

Elf Wochen später hatte sich immer noch nichts getan. Es sei nicht ungewöhnlich, dass die Arbeiten, die Teil des Städtebauprojektes "Gestalterische Aufwertung der Wilhelmshöher Allee" sind, nach und nach erledigt werden, erklärte nun ein Sprecher aus dem Rathaus.

Radfahrer, die keinen Platz mehr fanden, hätten sich dagegen gewünscht, dass die Bügel einfach in einem ausgetauscht worden wären. Nun sind sie aber glücklich: Mittlerweile sind die Ständer wenige Meter entfernt in die Pflastersteine gesetzt worden. Unsere Frage, ob es einen Parkplatz für Autos in der Stadt gibt, der ähnlich lang nicht zur Verfügung stand, konnte die Stadt nicht beantworten.

Zum Thema: Radler wollen Kassel sicherer machen: So schlimm ist es in der Autostadt

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