Visualisierungen vom Radentscheid

So könnte man in Kassel radeln: Vorschläge für Route vom ICE-Bahnhof zur Uni

Die Gießbergstraße in Kassel links, wie sie aktuell aussieht, und rechts eine Montage, wie sie als fahrradfreundliche Staße aussehen könnte.
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Radeln auf der Gießbergstraße: In der Nebenstraße der Unteren Königsstraße gibt es derzeit viel motorisierten Durchgangsverkehr. Die Aktivisten der Initiative Radentscheid sind sich sicher, dass mit einer Neugestaltung auch der Platz an der Mauerstraße gewinnen könnte.

Die Initiative Radentscheid hat Vorschläge gemacht für eine bessere Radroute vom ICE-Bahnhof in Wilhelmshöhe bis zur Universität am Holländischen Platz.

Kassel – Wo sich Radler bislang noch gemeinsam mit Autos durch den Vorderen Westen schlängeln, soll bald ein grüner Radstreifen durch die Stadt führen. Dazu hat der Radentscheid Visualisierungen angefertigt.

Denn „Menschen können sich oft nicht vorstellen, wie etwas Neues aussehen kann“, wie Thomas Hofmann vom Radentscheid sagt. Die Pläne des Radentscheids sind als Denkanstoß gedacht und könnten für Diskussionen sorgen.

Trennung der Radfahrer vom restlichen Verkehr

Zentrales Element bei den Überlegungen des Radentscheids ist die bauliche Trennung der Verkehrsformen. So soll der Radstreifen auf der Wilhelmshöher Allee durch Poller vom restlichen Verkehr getrennt werden. In der Goethestraße würde durch eine Aufpflasterung ein separater Radweg entstehen. „So fühlen sich Radfahrer viel sicherer“, sagt Laura Henn vom Radentscheid und verweist etwa auf Amsterdam, wo solche Lösungen Standard sind.

Parkplätze würden wegfallen

Vielerorts würden Parkflächen wegfallen, um Radfahrern Platz zu bieten. „Langfristig gibt es dazu keine Alternative“, sagt Hofmann. Für Henn ist dies ein Schritt zu mehr Flächengerechtigkeit: „Will man den Platz nutzen für Autos, die 23 Stunden des Tages rumstehen, oder für Verkehr, der klimaneutral ist?“ Auf der Wilhelmshöher Allee würde am ICE-Bahnhof jeweils eine Fahrbahn für den Radstreifen wegfallen. Und die Nebelthaustraße zwischen Goethestraße und Königstor würde zur Einbahnstraße.

Mögliche Radroute durch Kassel: Radentscheid macht Vorschläge

Die Straße Königstor in Kassel und der Platz an der Sporthalle.
Königstor: Der Platz an der Sporthalle am Königstor soll übersichtlicher und vom Durchgangsverkehr befreit werden. © Radentscheid/privat
Visualisierung: Die Straße Königstor in Kassel und der Platz an der Sporthalle mit Radweg.
Königstor: Der Platz an der Sporthalle am Königstor soll übersichtlicher und vom Durchgangsverkehr befreit werden. © Radentscheid/privat
Die Goethestraße in Kassel.
Goethestraße: Für die neue Fahrradstraße schlägt der Radentscheid einen separaten Radweg vor. © Radentscheid/privat
Visualisierung: Die Goethestraße in Kassel mit Radweg.
Goethestraße: Für die neue Fahrradstraße schlägt der Radentscheid einen separaten Radweg vor. © Radentscheid/privat
Die Wilhelmshöher Allee am ICE-Bahnhof.
Wilhelmshöher Allee: Am ICE-Bahnhof würde jeweils eine Fahrbahn für den Radstreifen wegfallen. © Radentscheid/privat
Visualisierung: Die Wilhelmshöher Allee am ICE-Bahnhof mit Radweg.
Wilhelmshöher Allee: Am ICE-Bahnhof würde jeweils eine Fahrbahn für den Radstreifen wegfallen. © Radentscheid/privat
Die Gießbergstraße in Kassel.
Gießbergstraße: In der Nebenstraße der Unteren Königsstraße gibt es derzeit viel motorisierten Durchgangsverkehr. © Radentscheid/privat
Visualisierung: Die Gießbergstraße in Kassel mit Radwegen.
Gießbergstraße: In der Nebenstraße der Unteren Königsstraße gibt es derzeit viel motorisierten Durchgangsverkehr.  © Radentscheid/privat
Grafik: Die Radroute vom ICE-Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe bis zum Holländischen Platz.
Die Radroute vom ICE-Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe bis zum Holländischen Platz.  © HNA

Nebenstraßen nicht mehr vom Durchgangsverkehr bestimmen lassen

Laut Hofmann werden in Kassel noch „viele Nebenstraßen vom Durchgangsverkehr bestimmt“. Das sei etwa am Königstor unnötig, wo parallel die Wilhelmshöher Allee verläuft. Darum plädiert der Radentscheid an der bislang unübersichtlichen Kreuzung vor der Sporthalle am Königstor für modale Filter. So nennen Experten Sperren, die verhindern, dass Autos weiterfahren können. Für den Durchgangsverkehr würde das Königstor unattraktiv.

Ist die Planung für mehr Radwege umsetzbar?

Laut Henn sind die Vorschläge „ohne aufwendige Eingriffe“ umzusetzen: Und Hofmann sagt: Auch die Kommunalwahl hat gezeigt, dass der Wille zur Verkehrswende da ist. Der Wille muss auf die Straße gebracht werden.“ (Matthias Lohr)

Alle Visualisierungen gibt es auf: radentscheid-kassel.de

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