Radio-Praktikum von Christian Durstewitz: Am Telefon wird er nervös

Gute Laune hinterm Mikrofon: Benjamin Zinke (links) und Christian Durstewitz. Foto: Nicklas

Mitte. Die großen Kopfhörer drücken die braunen, lockigen Haare ganz platt. Konzentriert guckt er auf den Bildschirm, der vor ihm steht, und schiebt einen der bunten Regler vorsichtig nach oben. Christian Durstewitz, bekannt aus der Pro Sieben-Sendung „Unser Star für Oslo“, macht ein Praktikum beim Radiosender Bob.

Eben hat er eine eigene Wettermoderation geschrieben und anschließend aufgenommen. „Ich habe schon gesungen und Interviews im Radio gegeben, aber die eigentliche Arbeit, die dahintersteckt, ist ganz anders“, sagt der 21-Jährige. Dann nimmt er die Kopfhörer ab und steckt die zotteligen Haare unter die schwarze Wollmütze.

Eine Stunde Anfahrt

Eine Stunde fährt er jeden Morgen von Altenlotheim zum Ständeplatz nach Kassel. Zwei Wochen lang probiert er diese Arbeit selbst aus: Themen suchen, Töne schneiden und Umfragen in der Innenstadt machen. „Dabei hatte ich den großen Vorteil, dass die Leute nicht vor mir weggelaufen sind, sondern auf mich zukamen“, sagt er und dreht sich auf dem Bürostuhl hin und her – immer wieder.

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Beworben habe er sich ganz normal, indem er ein Anschreiben verfasst, seinen Lebenslauf geschrieben und ein Foto angehängt hat. „Da haben wir natürlich erst mal große Augen gemacht und uns gefragt: Ist er das wirklich?“, sagt Redaktionsleiter Benjamin Zinke und klopft ihm auf die Schulter. Ein toller Typ sei „Dursti“, wie ihn seine Fans nennen, und ein engagierter Mitarbeiter. Und ansonsten genauso wie im Fernsehen.

„Abgesehen davon, dass er keinen Kaffee trinkt, passt er gut zu uns“, sagt der 31-Jährige. Beide lachen. Und dann gibt es doch noch etwas, bei dem selbst der 21-Jährige, der mittlerweile eine CD aufgenommen, seine erste Deutschlandtournee hinter sich hat und schon oft im Fernsehen aufgetreten ist, nervös wird: Mit fremden Menschen telefonieren. Dann meldet er sich nur mit seinem Vornamen, um nicht sofort erkannt zu werden, erzählt Christian Durstewitz und wackelt mit seinen Händen in der Luft, als würden sie zittern.

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Gelernt hat er viel in der ersten Woche beim Radio. Die schönste Erkenntnis aber sei die, dass es auch normale Arbeit gibt, für die man gern um vier Uhr morgens aufsteht, um die Morgensendung zu moderieren. Wie es für ihn weitergeht, weiß er noch nicht. Musik will er machen, obwohl die ein heißes Pflaster sei, und man das nicht unbedingt ein Leben lang machen kann. Irgendwann möchte er noch einmal zur Uni gehen und studieren und vielleicht wiederkommen. „Viel reden, das kann ich, was gibt es da Besseres als das Radio?“, sagt er und lacht. (pmn)

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