Radioaktive Partikel: Es gibt Messsonden in Stadt und Landkreis Kassel

Kassel. Die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima bewegt die Menschen. Das Bundesamt für Strahlenschutz erwartet, dass in den nächsten Tagen erstmals geringe Spuren von Radioaktivität in Deutschland gemessen werden könnten. Sie werden für die Bevölkerung als ungefährlich eingestuft.

Die Belastung der Luft mit radioaktiven Partikeln wird dann auch in Kassel und Baunatal nachzuweisen sein. Denn in beiden Städten sind zur Überwachung von Radioaktivität Sonden installiert. Diese Messstationen übermitteln ununterbrochen ihre Daten an das Bundesamt für Strahlenschutz.

Eher unscheinbar: Diese etwa einen Meter hohe Sonde misst in Kassel seit 1988 die radioaktive Strahlung. Fotos: Koch

In Kassel wacht eine Sonde seit 1988 an der Hafenstraße über die energiereichen Gammastrahlen. Die Geräte messen ausschließlich diese Strahlungen, weil sie für den Menschen besonders gefährlich werden können. Die bundesweit 1800 Messinstrumente sind auf dem neuesten technischen Stand, berichtet Norbert Koenen vom Bundesamt für Strahlenschutz. Seit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wurden sie engmaschig in einem Radius von etwa 13 Kilometern aufgestellt.

Die Sonden können frühzeitig eine mögliche erhöhte Radioaktivität anzeigen. Üblicherweise würden die Werte alle 24 Stunden vom Messnetzknoten über eine Datenleitung abgefragt, berichtet Koenen. Wegen des Unglücksfalls in Japan wird dies zurzeit im Zwei-Stunden-Takt getan.

Die Bundesbehörde errechne für jeden Sondenstandort einen Schwellenwert, der aus Sicherheitsgründen knapp über dem tatsächlichen liege, erläutert Koenen. Die Daten liegen in unserer Region deutlich unter den Schwellenwerten.

Diese Werte berücksichtigten die Höhe der Umgebungsstrahlung vor Ort, die vor allem von der Höhe der natürlichen Radioaktivität im Boden und von der Intensität der kosmischen Strahlung abhängt. Sie werden als Durchschnittswerte über einen längeren Zeitraum errechnet.

http://odlinfo.bfs.de

Sollte dieser Schwellenwert mindestens drei Minuten lang an zwei benachbarten Messstellen überschritten werden, so werde die Messnetzzentrale in Freiburg aktiv. Dort laufen alle Daten aus den Messsonden zusammen.

Bei einem Reaktorunfall wird das Umweltinformationssystem IMIS eingeschaltet. Es ermöglicht einen Überblick über das Ausmaß der Kontamination und die Strahlenbelastung der Bevölkerung. Auf dieser Grundlage trifft die Bundesregierung Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung. 

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