Spätestens im Frühjahr sollen Abstellplätze zur Verfügung stehen

Auestadion-Umbau: Radständer fehlen noch

Vermisst die Fahrradständer am Auestadion: Wolfgang Rudolph aus Niederzwehren fährt zu den Veranstaltungen gern mit dem Rad. Foto:  Koch

Kassel. Wolfgang Rudolph aus Niederzwehren fährt gern ins Auestadion. Mit dem Fahrrad. Ob nun zu Fußballspielen des KSV Hessen oder zu den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften, die dort zum ersten Mal ausgetragen werden. Rudolph weiß allerdings nicht, wo er sein Fahrrad abstellen soll.

Rund ums Stadion gibt es keinen einzigen Fahrradständer. Mit Blick darauf, dass das Auestadion in den vergangenen Jahren für 23 Millionen Euro saniert und ausgebaut worden ist, bezeichnet Rudolph diesen Umstand als „seltsam“.

Wenn er früher ins Stadion geradelt sei, habe er sein Gefährt vor der Eissporthalle abstellen wollen. Dort sei der Ständer aber auch verschwunden. Sind die Fahrradständer bei der Planung des Auestadions etwa vergessen worden?

Das verneint Gerhard Späth, Mitarbeiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamts der Stadt Kassel. Bei der Stadt habe man sich zunächst auf das Stadion und den Vorplatz konzentriert, der Mitte Mai fertig sein musste. Und auf dem neu hergestellten Vorplatz des Auestadions sei aus Sicherheitsgründen auf Einbauten und Möblierungen verzichtet worden, um bei Panikverhalten Menschen nicht unnötig zu gefährden. „Auch Fahrradständer zählen zu solchen Einbauten, die bei Notfällen eine unerwünschte Barrierewirkung haben können“, sagt Späth. Die Stadt plane allerdings, Fahrradabstellplätze am südlichen Ende der Menzelstraße und südlich der Eissporthalle anzulegen. Es ist vorgesehen, die Abstellplätze spätestens bis Frühjahr 2012 herzustellen.

Späth geht davon aus, dass 25 bis 30 Fahrradständer, die auch ein Fundament benötigen, um die 10 000 Euro kosten. „Wir müssen sehen, ob wir noch Restmittel übrig haben, um das zu finanzieren. Wir sind auf alle Fälle dran.“ In diesem Zusammenhang erwähnt Späth, dass es früher am Auestadion auch keine Fahrradständer gegeben habe.

Sollte sich herausstellen, dass zu Großveranstaltungen viele Menschen mit dem Rad kommen, dann sei es auch möglich, zusätzlich temporäre Radständer aufzustellen, die später wieder weggestellt werden.

Von solchen Ideen kann Wolfgang Rudolph an diesem Wochenende noch nicht profitieren. „Ich werde mein Rad wohl am Zaun des Stadions anschließen“, sagt der Mann aus Niederzwehren.

Es sei mehr als schade, dass es immer noch keine Möglichkeit gibt, das Rad sicher am Auestadion abzustellen, sagt Boris Mijatovic, sportpolitischer Sprecher der Grünen im Kasseler Rathaus. Dennoch seien die Grünen zuversichtlich, dass dies schnellstmöglich nachgeholt werde und die Radfahrer sich bei den nächsten Veranstaltungen willkommen fühlen werden.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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