Über 160 Verletzte pro Jahr

Meistens sind die Autofahrer schuld: Mehr Radunfälle in Kassel

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Kassel. Die Zahl der Radunfälle ist gestiegen: Waren es 2012 noch 185, zählte man ein Jahr später 196. In etwa Dreiviertel aller Fälle verursachten die Autofahrer die Zusammenstöße.

Fast immer trugen die Radfahrer Verletzungen davon, pro Jahr etwa 160 Menschen. Für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Kassel ist dies Anlass, weitere Verbesserungen des Radwegenetzes zu fordern.

Für 2014 liegt noch keine Polizeistatistik vor, aber der ADFC hat anhand der Berichterstattung der HNA sämtliche Unfälle des vergangenen Jahres untersucht, über die unsere Zeitung berichtet hat. Darunter waren auch zwei Todesfälle: Davon einer in Kassel, ein weiterer in Lohfelden.

Als ein großer Gefahrenpunkt wurden Abbiegesituationen ausgemacht. Oft übersehen Autofahrer beim Abbiegen die Radfahrer, die auf einem parallel verlaufenden Radweg oder Schutzstreifen unterwegs sind. Nach Zahlen der Polizei handelte es sich bei 224 der insgesamt 391 Unfälle der Jahre 2012 und 2013 um Zusammenstöße beim Abbiegen und Kreuzen der Straße. „Autofahrer nehmen vor allem beim Rechtsabbiegen Radfahrer oft nicht wahr“, sagt Polizeisprecher Werner.

Um das Risiko zu minimieren, fordert der ADFC eine deutlichere Markierung der Radwege in der Stadt. Es gebe zwar punktuell bereits Verbesserungen, aber nach wie vor fehle eine durchgehende und eindeutige Verkehrsführung für die Radfahrer, sagt ADFC-Vorsitzender Gerhard Peter. Sein Verband bemängelt insbesondere, dass die Radwege entlang mehrerer Vorfahrtsstraßen an den Einmündungen nicht markiert seien. Damit verstoße die Stadt gegen die Straßenverkehrsordnung.

Die Stadt spricht von wenigen Ausnahmen, bei denen aus „sachlichen und wirtschaftlichen Gründen“ auf eine Markierung verzichtet worden sei.

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