Schutzstreifen oder eigener Weg? Keine Einigung bei Eugen-Richter-Straße

Süsterfeld-Helleböhn. Schutzstreifen auf beiden Seiten der Eugen-Richter-Straße oder ein befestigter Radweg stadtauswärts und nur ein durchgängiger Schutzstreifen entlang der entgegengesetzten Richtung: Diese von der Stadt erarbeiteten Varianten spalteten jetzt den Ortsbeirat Süsterfeld-Helleböhn.

Der Beirat hatte erstmals vor drei Jahren bei der Stadt ein Konzept für einen Radweg an der stark befahrenen Straße beantragt. Eine zweistündige Diskussion während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats endete bei der Abstimmung über beide Vorschläge mit einer Patt-Situation. Somit gibt es dazu keinen Beschluss des Beirats.

Die SPD-Mitglieder stimmten für die mit 250 000 Euro günstigeren Schutzstreifen auf beiden Straßenseiten, die bereits 2013 angelegt werden könnte. CDU und Grüne befürworten dagegen den festen Radweg. Der würde 650 000 Euro kosten und könnte auf dem Grünstreifen entlang der Eugen-Richter-Straße in Richtung Leuschnerstraße gebaut werden.

„Dass der gebaut wird, werden wir nicht mehr erleben“, sagte Hermann Hartig (SPD). Die Schutzstreifen seien zwar keine optimale Lösung. Doch könne man nicht noch jahrelang über die Radwegsituation an der Hauptverkehrsstraße diskutieren, sondern müsse sich im Sinne der Radfahrer jetzt für die günstigere und damit schneller umsetzbarere Variante entscheiden.

Gefährlich für Radfahrer

Die mit durchbrochenen Linien markierten Schutzstreifen, die Autofahrer überfahren dürfen, seien angesichts des Verkehrs an der Eugen-Richter-Straße besonders für ungeübte Radfahrer viel zu gefährlich, hielten Wilfried Bonnet und Peter Fellmann (beide Grüne) dagegen: „Wir sind gegen eine schnelle Lösung, die nichts bringt.“ Er sei gerne bereit, auf einen festen Radweg weitere drei Jahre zu warten, sagte Bonnet. Er schlug eine Meinungserkundung unter den Radfahrern im Stadtteil vor.

Auch seine Fraktion habe Bauchschmerzen mit den beidseitigen Schutzstreifen, sagte Ortsvorsteher Jürgen Helferich von der CDU. „Wir hatten doch immer für einen festen Radweg plädiert“, erinnerte er an frühere Diskussionen im Ortsbeirat. Gerhard Späth, Radverkehrsbeauftragter der Stadt, hatte zuvor beide Varianten vorgestellt. Die durchbrochenen Schutzstreifen würden mit einer Breite von jeweils 1,25 Meter die Fahrbahn auf fünf Meter verengen, der Mittelstreifen falle weg.

An Steigungen, auf denen vor allem ungeübte Radfahrer manchmal ins Schlingern gerieten, könnten sie auf 1,50 Meter verbreitert werden. „Erfahrungsgemäß wird der Verkehr auf Straßen mit solchen Schutzstreifen langsamer“, sagte Späth.

Der feste Radweg wäre mindestens 2,10 Meter breit. Da er auf dem Grünstreifen gebaut würde, bliebe die Fahrbahn breiter als bei der ersten Variante. Die Grundstücksanlieger müsse man jedoch an den Kosten für den Radweg beteiligen.

Von Monika Puchta

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