Firma aus Hannover machte Fehler beim Aufstellen in Kassel

Radwege in Kassel: Jedes fünfte Schild ist falsch

Kassel. Eigentlich sollte das neue Radwegweiser-Netz in Kassel den Radfahrern zu mehr Durchblick verhelfen. Nun stellt sich heraus, dass die beauftragte Hannoveraner Firma ein Fünftel der gerade erst aufgestellten 1200 Schilder im Stadtgebiet falsch angebracht hat.

Grund dafür ist offenbar, dass das Unternehmen nicht ortskundig ist. In den nächsten Wochen sollen die betroffenen Schilder überarbeitet und neu montiert werden.

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Radfahrer sind ratlos

Bis die Schilder neu angebracht sind, wird es noch einige Wochen dauern. Die Firma behebt den Fehler als Gewährleistung, sodass für die Stadt keine Kosten entstehen. Für 150 000 Euro hatte die Stadt von Mai bis Ende Juli die neuen Wegweiser aufstellen lassen. Davon hatte das Land 120 000 Euro als Zuschuss übernommen. Durch Hinweise von Radfahrern und eigene Stichproben waren der Stadt zahlreiche Fehler aufgefallen.

„Als ich merkte, dass es Unstimmigkeiten gibt, habe ich mich an das Rathaus gewandt“, sagt Gerhard Peter, Vorsitzender des Kasseler Kreisverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Kasselern fielen die falschen Wegweiser oft nicht auf, weil sie ihre Strecken kennen würden. „Vor allem Gäste müssen sicher durch die Stadt geleitet werden“, sagt Peter. Die Firma aus Hannover habe bei ihren Planungen den ADFC und dessen Ortskenntnisse nicht angefragt.

Harald Doenst, Ortsvorsteher der Südstadt, hält die Fehlerquote von einem Fünftel für einen schlechten Witz. Er hat das Problem schon länger im Auge und glaubt, dass auf weit mehr Schildern verkehrte Angaben stehen. „Das müssen Dilettanten gemacht haben“, sagt Doenst. Wegweiser seien falsch angebracht, hätten fehlerhafte Kilometerangaben, und an anderer Stelle fehlten wichtige Streckenhinweise völlig.

Derzeit prüft die Stadt für eine Endabnahme alle Standorte. Die Fehler werden gesammelt an die Firma gesandt.

Von Bastian Ludwig

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