Schanze-Gelände: Widersprüchliche Informationen zur Nutzung sorgen für Ärger

Rätselraten um Druckerei

wehlheiden. Der neue Eigentümer der Druckerei Schanze in der Kohlenstraße, Karl-Heinz Kruse, will das Gebäude sanieren und ab 2012 vermieten. An wen, ist wohl offen. Das hatte sich in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Wehlheiden anders dargestellt.

Marcel Kruse, Sohn des Immobilienmaklers Karl-Heinz-Kruse, hatte berichtet, es sei so gut wie sicher, dass die Gewerkschaft Ver.di in die ehemalige Druckerei Schanze einziehen werde. Die Verhandlungen mit dem künftigen Mieter liefen, der Mietvertrag könne sehr bald geschlossen werden, hatte Marcel Kruse gesagt.

Auf mehrfaches Nachfragen der stellvertretenden Ortsvorsteherin Dr. Marianne Hornung-Grove hatte Marcel Kruse zuvor bestätigt, dass er als Bevollmächtigter für seinen Vater Karl-Heinz Kruse spreche.

Die Gewerkschaft werde das gesamte 6000 Quadratmeter große Gelände anmieten, die Einfahrt bleibe an der Kohlenstraße und werde erheblich erweitert. Mit mindestens 60 Parkplätzen sei für ausreichend Stellfläche gesorgt. Wie viel Menschen hier arbeiten werden, wisse er nicht. Man habe noch ein „Hintertürchen offen, eine Krankenkasse“, sagte Marcel Kruse.

Immer noch Misstrauen

Der Ortsbeirat zeigte sich skeptisch. „Unser Misstrauen ist weiterhin vorhanden“, machte Hornung-Grove deutlich. Karl-Heinz Kruse war in den letzten Monaten als Betreiber von Unterkünften, eine davon in Kirchditmold, aufgefallen. Der Ortsbeirat Kirchditmold hatte ihm vorgeworfen, Bürger und Stadt über seine Absichten bis zum Schluss im Unklaren gelassen zu haben.

Harald Fennel, Bezirksgeschäftsführer von Ver.di-Nordhessen, äußerte sich gegenüber der HNA: „Ich bin empört, kenne weder die Firma Kruse, noch ist jemals ein Vertreter von ihr an uns herangetreten. Es gibt keine Verhandlungen mit einer Firma Kruse.“ Derartige Gerüchte seien ärgerlich und schädlich, sagte Fennel.

Karl-Heinz Kruse sagte auf Anfrage: „Das hätte mein Sohn nicht sagen sollen.“ Man habe in Frankfurt mit Ver.di-Vertretern beim Notar gesessen und Mustermietverträge besprochen. Er werde sich dazu aber nicht mehr äußern.

Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) äußerte auf Anfrage, dass Kruse Nebelkerzen werfe, um seine wahren Absichten zu verschleiern und den Stadtteil in Sicherheit zu wiegen. Die Verwaltung müsse aufpassen, dass „Kruse mit uns nicht Katz und Maus spielt“, sagte Sprafke.

Außer der Duckerei sind eine Wellness-Oase und eine Spielhalle im Gespräch. Schanze sei eine „gute attraktive Gewerbefläche“, betonte Sprafke. Eine Wellness-Oase oder eine Spielhalle dürften hier keinesfalls hin, sagte er.

Von Sabine Oschmann

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