Handtaschen-Raub offenbar nur vorgetäuscht: HNA.de-Nutzer geben Tipp

Kassel. HNA.de-Nutzer haben unserer Onlineredaktion einen entscheidenden Tipp gegeben - und somit der Polizei geholfen, eine mutmaßliche Straftat aufzuklären. Es geht um einen angeblichen Handtaschenraub in einer Straßenbahn in Kassel.

Eine 28-jährige Frau aus Söhrewald-Wellerode war Donnerstagvormittag bei der Polizei im Revier Ost aufgekreuzt. Dort sagte sie, ihr sei am Mittwoch in der Innenstadt die Handtasche geraubt worden.

Sie ging ins Detail: Gegen 14.30 Uhr sei sie am Friedrichsplatz in eine Straßenbahn gestiegen, um über die Königsstraße Richtung Stern zu fahren. Sie habe sich an einer Stange im Eingangsbereich festgehalten, ihre Handtasche habe sie an der rechten Schulter getragen.

Als die Bahn am Königsplatz angehalten habe, habe sie die Stange losgelassen, um anderen Fahrgästen das Aussteigen zu ermöglichen. Plötzlich habe ein Mann an ihrer Handtasche gerissen. Alles sei so schnell gegangen, dass sie ihre Tasche nicht mehr habe festhalten können. Der Unbekannte flüchtete damit, sagte die 28-Jährige den Polizisten schließlich. 350 Euro hätten sich darin befunden.

HNA.de-Nutzer lasen nun Donnerstagabend und Freitagmorgen die Meldung über den Handtaschen-Raub: "Räuber entriss Handtasche in Straßenbahn". Einige Leser wunderten sich allerdings: Mittwoch? Straßenbahn? Königsstraße? Mittwoch fuhr auf der Königsstraße gar keine Straßenbahn. Wegen Gleiserneuerungen auf der Oberen Königsstraße wurden die Bahnen von Dienstagmorgen bis Donnerstagabend über den Scheidemann-Platz umgeleitet. Was die 28-Jährige offenbar nicht bedacht hatte, als sie der Polizei ihre Geschichte erzählte.

Wir hakten bei der Polizei nach. Scheinbar gerade noch rechtzeitig. Denn die 28-Jährige erschien Freitagvormittag beim Jobcenter in Kassel, wo sie sich die 350 Euro, die mit samt der Handtasche angeblich gestohlen worden sein sollten, ersetzen lassen wollte. Der Anruf der Polizei beim Jobcenter verhinderte dies noch rechtzeitig.

Gegen die 28-Jährige wird nun wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat und des versuchten Sozialbetruges ermittelt. Zur möglichen Motivlage der jungen Frau gibt es noch keine Erkenntnisse. Die Ermittlungen dauern an. (abg)

 

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