Angriffe, verbotene Feuerwerke

Randalierende Fußball-Fans machen der Polizei zu schaffen

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Böller und Gewalt: Die Bundespolizei in Kassel hat in der bisherigen Fußballsaison deutlich mehr Straftsaten von Fans auf den Kasseler Bahnhöfen registriert. Unser Foto entstand auf dem Hauptbahnhof.

Kassel. Randalierende Fußball-Fans auf Bahnhöfen machen der Bundespolizei zu schaffen: Die Zahl der Straftaten sei im bisherigen Saisonverlauf deutlich gestiegen, berichtet die Bundespolizeiinspektion. Vor allem Angriffe auf Polizeibeamte und der Einsatz von verbotenem Feuerwerk hätten zugenommen.

Zuletzt hatten am vergangenen Wochenende Offenbacher Fans auf dem Weg zur Begegnung mit dem KSV Baunatal in einem Regionalepress nach Kassel randaliert und hohen Schaden angerichtet (wir berichteten). In der aktuellen Spielzeit 2013/14 hat die Bundespolizei im Bereich Kassel allein in der Hinrunde insgesamt 40 Straftaten registriert. In der gesamten Saison 2012/13 gab es nur halb so viele Delikte, nämlich 20.

Bei den Straftaten handele es sich meist um Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte, Beleidigung und Sachbeschädigung, erläutert Bundespolizeisprecher Klaus Arend.

Hinter den Taten stehen zwar überwiegend Fans auswärtiger Vereine auf der Durchreise durch Kassel. Ein Teil der Straftaten geht aber

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auch auf das Konto von Kasseler Fußballfans: In der laufenden Saison wurden auf Kassels Bahnhöfen laut Arend bislang 13 KSV-Fans auffällig - auf dem Weg zu den Auswärtsspielen gegen Mainz und Offenbach. Darunter waren drei Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, sprich: die Fans zündeten Böller im Bahnhof.

In der gesamten Vorjahres-Saison hatte die Bundespolizei zehn Straftaten von KSV-Fans registriert, darunter keine im Zusammenhang mit verbotener Pyrotechnik, so Arend. Durch die Knallerei im Bahnhof - oftmals handele es sich um nicht zugelassene sogenannte Polenböller - könne es zu schweren Hörschädigungen kommen. Zudem bestehe die Gefahr, dass Reisende sich erschrecken und im schlimmsten Fall auf die Gleise stürzen.

Die Strategie der Bundespolizei im Umgang mit randalierenden Fans war kürzlich auch Thema beim sogenannten Halbzeitgespräch von Bundespolizei, Polizeidirektion Kassel und den Fanverantwortlichen des KSV Hessen-Kassel. „Wer auf der Anreise zum Spiel Strafttaten begeht, sieht das Spiel nicht. Gewalttäter und Sport passen nicht zusammen“, lautet die Devise der Bundespolizei.

Wegen der Verstöße musste der finanziell nicht auf Rosen gebettete KSV bereits in der Hinserie erhebliche Geldstrafen an den DFB überweisen, sagte KSV-Sicherheitsbeauftragter Dirk Wiegand beim Halbzeitgespräch der Bundespolizei. Bei weiteren Verstößen könnte es sogar zu einem Punktabzug kommen. Im vergangenen Jahr musste der KSV insgesamt 5000 Euro Strafe zahlen.

Markus Lämmer, Fanbeauftragter des KSV, zeigte sich aber zuversichtlich, dass es in der Rückrunde nicht nur sportlich bergauf geht, sondern auch die Fans sich besser verhalten. „Ich glaube, wir haben es in die meisten Köpfe reingekriegt, dass sie damit ihrem Verein schaden.“ Er erklärt sich den Anstieg der Straftaten mit dem Frust vieler Fans über die sportlich miese Bilanz des KSV in der Hinrunde.

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