Kassel 2012: Selbstbewusstsein und bundesweite Beachtung

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Kassel gewann 2012 Selbstbewusstsein und bundesweite Beachtung

Kassel. Mehr Menschen in Arbeit, beständig hohe Gewerbesteuern und eine wachsende bundesweite Aufmerksamkeit: Im ablaufenden Jahr hat Kassel unter Deutschlands großen Städten erheblich an Boden gut gemacht.

Vertreter von Wirtschaft, Stadt und Arbeitsverwaltung sprechen von einem neuen Selbstbewusstsein Kassels. Nach Auskunft des Jobcenters im Rathaus ging 2012 die Zahl jener Kasseler weiter zurück, die auf Hartz IV angewiesen sind – und zwar um 7,2 Prozent oder 1621 Personen in Bedarfsgemeinschaften. Die Stadt erwartet laut Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) Gewerbesteuereinkünfte um die 160 Millionen Euro, was erneut auf dem „extrem hohen Niveau“ der beiden Vorjahre liege.

Mit 150 Mio. Euro hatte die Stadt zu Jahresbeginn kalkuliert. Auch aus der Außensicht kommt Rückenwind: Bei der Industrie- und Handelskammer hätten sich im Jahresverlauf deutlich mehr Projekt- und Gewerbeentwickler nach Geschäftsmöglichkeiten in Kassel erkundigt, sagt Geschäftsführer Thomas Rudolff von der IHK. Seit der Stadt vor zwölf Monaten von der „Wirtschaftswoche“ die dynamischste Entwicklung in Deutschland bescheinigt wurde, habe es auch bei vielen Einwohnern „einen wahnsinnigen Mentalitätswechsel gegeben“, meint Rudolff.

Es sei ein Glücksfall gewesen, dass der Schwung dieser Botschaft durch einen spektakulären documenta-Sommer sowie vor kurzem durch einen erneut guten Platz 3 im bundesweiten Dynamik-Ranking bestätigt worden sei. OB Hilgen äußerte sich überzeugt, dass dieser Schwung „keine Eintagsfliege“ sei.

Beim Deutschen Städtetag, wo Hilgen Präsidiumsmitglied ist, werde es „sehr wohl zur Kenntnis genommen, dass aus Kassel in vielerlei Hinsicht positive Nachrichten kommen“. Konjunkturbedingt hat sich im zweiten Halbjahr die Arbeitsmarktlage allerdings eingetrübt. Am Jahresende seien viele Arbeitsverhältnisse tendenziell unsicherer geworden, bilanziert der DGB Nordhessen.

Von Axel Schwarz

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