Experten gaben gestern an unserem Lesertelefon Rat zum Start in die neue Gartensaison

Der Rasen ist das Sorgenkind

Rasen ausbessern: Mit der Nachsaat kahler Stellen sollte man so lange warten, bis der Boden konstant eine Temperatur von etwa acht Grad hat. Foto:  dpa/gms/Compo

Kassel. „Der Rasen sieht einfach schrecklich aus“, klagte ein Anrufer bei unserer Telefonaktion zum Thema Garten im Frühling. Diese Sorge um den grünen Gartenteppich teilen viele Leser.

Der frühe Wintereinbruch und die lang anhaltende Schneedecke haben dem Rasen mitunter arg zugesetzt. Doch da wissen die Experten Eberhard Walther, Leiter der Gartenbauberatung Kassel, und Dr. Theodor Echim vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen natürlich Rat.

Hier einige Beispiele von Leserfragen und Expertenantworten:

Unser Rasen ist vor allem in den schattigen Bereichen total vermoost, was können wir tun? Und wann sollen wir mit der Rasenpflege anfangen?

Sie können jetzt zunächst den Rasen düngen. Zudem können Sie das Moos jetzt noch gut mechanisch mit einem Rechen entfernen. Es gibt aber auch Rasendünger, die Moosvernichter oder Unkrautvernichter enthalten. Allerdings muss man dann später die braunen Moosreste mit dem Rechen entfernen.

Etwa Mitte April kann der Rasen zum ersten Mal gemäht werden. Ein bewährter Gärtnertrick: Wenn man das kleingehäckselte Schnittgut liegenlässt, also beim Mähen keinen Fangkorb verwendet, wird der Rasen prächtiger. Allerdings hat diese Methode einen Nachteil: Man muss öfter mähen.

Etwa Anfang Mai, wenn der Rasen zwei- bis dreimal gemäht wurde, kann man ihn vertikutieren. Kahle Stellen kann man etwa ab Mitte April nachsäen. In schattigen Bereichen sollte man dazu Schattenrasen verwenden.

Bei der Pflege ist es wichtig, den Rasen nicht zu oft und nicht zu kurz zu schneiden.

Was sind das für helle Stellen im Rasen, und was kann man dagegen tun?

Diese hellen Stellen sind jetzt auf vielen Rasenflächen zu sehen. Dabei handelt es sich um Schimmelbefall. Vermutlich war der Rasen zu lang, als der Wintereinbruch kam. Das ist aber nicht dramatisch, der Rasen erholt sich in den nächsten Wochen wieder. Es ist hilfreich, wenn Sie mit einem Rechen drübergehen.

Seit drei Jahren habe ich Probleme mit den Kirschbäumen in unserem Garten. Die Blätter vertrocknen frühzeitig, und im vergangenen Jahr haben die Bäume vorzeitig die Kirschen abgeworfen. Eine Behandlung gegen die Monila-Krankheit hat nichts gebracht. Was soll ich tun?

Vermutlich steckt eine andere Ursache dahinter. Am besten, Sie bringen einzelne Zweige im Sommer einmal zur Begutachtung in die Gartenbauberatung. Dass die Kirschen abgefallen sind, liegt wahrscheinlich an einem Befruchtungsproblem, oder die Blüten hatten einen Frostschaden erlitten.

Kann ich meine Rosen jetzt schon abhäufeln und zurückschneiden?

Damit sollten Sie noch bis Ende März / Anfang April warten, denn man muss immer noch mit Frost rechnen. Als Faustregel gilt: Man sollte Rosen nicht zurückschneiden, ehe die Forsythien verblüht sind. Rosen, die mit einem Vlies oder einer Folie abgedeckt waren, kann man jetzt schon tagsüber auspacken. Allerdings sollte man sie wieder schützen, wenn es kalt wird. Düngen kann man die Rosen - am besten mit einem speziellen Rosendünger - aber jetzt schon.

Wir wollen einen Lorbeer im Garten versetzen. Er ist etwa sechs Jahre alt und knapp einen Meter hoch. Wie sollen wir es machen?

Graben Sie die Pflanze so tief aus, wie es geht, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten. Wichtig ist es, danach den Lorbeer zurückzuschneiden, um das Gleichgewicht zwischen Wurzeln und Krone wiederherzustellen.

Im Keller haben wir Hortensien überwintert, die jetzt schon zarte neue Triebe haben. Dürfen diese schon wieder raus in den Garten?

Damit sollten Sie noch etwas warten, denn noch ist mit Frösten zu rechnen. Erst wenn davon auszugehen ist, dass die Temperaturen nicht mehr unter minus fünf Grad sinken, dürfen die Hortensien raus.

Unsere Stockrosen (Malven) waren im letzten Jahr von Mehltau befallen. Jetzt will ich vorbeugend etwas tun. Ich habe gehört, das Einsprühen mit fettarmer Milch soll helfen.

Das können Sie versuchen, wenn Sie chemische Mittel vermeiden möchten. Mit diesem Hausmittel gibt es durchaus positive Erfahrungen, auch mit Mehltau an Tomaten zum Beispiel. Allerdings müssen Sie darauf achten, die Pflanzen nur an schönen trockenen Tagen zu behandeln, um übermäßige Feuchtigkeit zu vermeiden. Denn das könnte den Pilzbefall noch fördern.

Bei den letzten starken Frösten im vergangenen Winter hatte unser Kirschlorbeer stark gelitten. Wir hatten ihn daraufhin etwas ausgeschnitten, aber so richtig erholen will er sich nicht, außerdem sieht er ziemlich zerrupft aus. Was kann man tun?

Sie sollten den Kirschlorbeer deutlicher und gleichmäßig zurückschneiden. Wenn nötig bis auf den Stock. Er wird sich wieder erholen.

Vor zwei Jahren haben wir einen Sommerflieder gepflanzt, der aber noch keine Blüte gezeigt hat. Woran kann das liegen?

Vermutlich ist die Pflanze zu geschwächt, um Blüten zu entwickeln. Überprüfen Sie den Standort: Sind die Bodenverhältnisse gut? Im Zweifelsfall sollten Sie den Flieder noch einmal vorsichtig und mit möglichst großen Wurzelballen herausnehmen, den Pflanzbereich großzügig ausheben und mit Pflanzerde anreichern. Vielleicht fühlt sich die Pflanze dann wohler.

Wir haben mindestens eine Wühlmaus im Garten, die uns den ganzen Rasen ruiniert. Was können wir tun?

Da Wühlmäuse beziehungsweise Maulwürfe unter Naturschutz stehen, darf man sie nicht töten oder fangen. Man kann aber versuchen, die Tiere zu vergrämen. Dafür eignen sich spezielle Maulwurfverdrängungsmittel.

Wir haben ein Problem mit Mäusen im Garten und am Haus. Wir fürchten ein hygienisches Problem und möchten die Mäuse loswerden. Was kann man tun?

Zur Bekämpfung der Tiere kann man - unter Berücksichtigung aller Vorsichtsmaßnahmen - zum Beispiel Mäuseköderpellets oder Giftweizen einsetzen. Auch gibt es wirkungsvolle Mausefallen, die bereits mit einem Ködermittel ausgestattet sind.

Mehr Informationen, Tipps und Anregungen rund um den Garten finden Sie unter www.hna.de/leben/wohnen/garten

Von Martina Heise-Thonicke

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