Rasen wird erneuert

Schäden des Hessentags: Karlswiese wie ein Acker

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Sie bereiten die Aussaat des neuen Rasens auf der Karlswiese vor: Von links Nikolai Barichnik, Erich Stapel, Daniel Fischer und Christof Beck von der Garten- und Landschaftsbaufirma Beck.

Kassel. Was passiert auf der Karlswiese vor der Orangerie, die zurzeit wie ein großer Acker aussieht? Wenn Christoph Beck für jede Auskunft, die er Spaziergängern unentwegt geben muss, einen Euro bekäme, müsste der Chef der Kasseler Garten- und Landschaftsbaufirma Beck wohl nicht mehr arbeiten.

„Wonach sieht’s denn aus?“, fragt er zurück. Auf zwei Dritteln der sechs Hektar großen Wiese wird der Rasen erneuert.

Seit vorletzter Woche ist die Firma im Auftrag der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) damit beschäftigt, die Schäden vergangener Großveranstaltungen auf der Wiese zu beseitigen. Schon die documenta im Vorjahr habe den Rasen stark strapaziert, sagt MHK-Sprecherin Lena Pralle. „Aber die meisten Spuren haben die schweren Fahrzeuge der Bundeswehr beim Hessentag hinterlassen.“

Boden „völlig kaputt“

Landschaftsbauer Beck bestätigt das: „Das war alles völlig kaputt hier, der Boden war bis in 30 Zentimeter Tiefe total verdichtet.“ Nicht nur der Rasen habe gelitten - auch ein Großteil der stählernen Bänder, die die Wiese von den angrenzenden Wegen abtrennen, sei durch rangierende Lkw krummgebogen worden.

Die stählerne Einfriedung ist inzwischen wieder repariert, noch bis zum Mittwoch dauern die Arbeiten an der Grasnarbe. Vor allem dort, wo beim Hessentag die Aktionsflächen von Polizei und Bundeswehr standen, wurde der Boden aufgepflügt. Zurzeit wird die Erde geglättet, dann wird der Grassamen eingebracht und gedüngt. Noch vor Weihnachten werden die Spaziergänger beobachten können, wie frisches Grün auf den braunen Flächen sprießt, sagt Christoph Beck. „Erst im nächsten Jahr aber wird der Rasen richtig dicht werden.“ Rollrasen wie auf Fußballplätzen üblich komme aus Kostengründen nicht infrage. „Das könnte keiner bezahlen“, erklärt Beck.

Stadt kommt für Kosten auf

Bezahlt wird die Erneuerungskur für die Karlswiese übrigens aus Mitteln der Stadt Kassel, und zwar aus deren Hessentags-Budget. Zu den Kosten für die Rasen-Aktion machte das Rathaus auf Anfrage keine genauen Angaben. Nur so viel: Für sämtliche Ausbesserungsarbeiten im Bereich Karlsaue sei „eine hohe fünfstellige Summe“ eingeplant, teilte Rathaussprecher Sascha Stiebing mit.

In den kommenden zwei Wochen stehen rund um die Karlswiese noch weitere Erneuerungsarbeiten an: Von einem Teil der umliegenden Wege, die es am nötigsten haben, wird die Schotterschicht abgeschoben und mit einer neuen, glatten Decke versehen, auf der sich dann keine Pfützen mehr sammeln können.

Von Axel Schwarz

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