"Die Ratten werden immer weniger scheu"

Rattenplage auf Kasseler Schulhof: Kammerjäger bekommen Problem nicht in Griff

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Ratten sorgen für Ärger: Seit Monaten werden die Nagetiere auf dem Schulhof der Fridtjof-Nansen-Schule gesichtet.

Schon vor Monaten haben Ratten den Schulhof der Fridtjof-Nansen-Schule in Kassel erobert. Auch Kammerjäger haben das Problem nicht in den Griff bekommen. Nun wurden Köderboxen aufgestellt.

Seit mehreren Monaten erzählen die Mädchen und Jungen, die die Fridtjof-Nansen-Schule in Süsterfeld-Helleböhn besuchen, ihren Eltern, dass über den Schulhof Ratten laufen. Mittlerweile gibt es auch Eltern, die den Nagetieren auf dem Schulgelände am Schwarzwaldweg begegnet sind.

Die Stadt Kassel als Schulverwaltungsträger hat das Rattenproblem bislang allerdings nicht in den Griff bekommen. „Die Ratten haben sich vermehrt und werden immer weniger scheu“, erzählt eine Mutter. Sie kritisiert, dass bislang nicht mal alle Eltern über die Ratten informiert worden sind. Das Problem sei nur beim Elternbeirat thematisiert worden. Zudem habe es zu lange gedauert, dass die Stadt adäquat reagiert habe, um die Nagetiere zu bekämpfen. Schließlich gehe von ihnen auch eine Gefahr aus.

Es sei richtig, dass bereits im Frühjahr auf dem Gelände der Grundschule eine Fachfirma mit der Bekämpfung von Ratten beauftragt worden sei, sagt Michael Schwab, Sprecher der Stadt. Die Firma habe den Befall aber als nicht außergewöhnlich hoch eingeschätzt.

Allerdings seien die bewährten Giftköder der Kammerjäger nicht gut angenommen worden. Daraufhin habe man das Verhalten der Ratten auf dem Schulgelände untersucht. Und dabei habe sich herausgestellt, dass auf dem Schulgelände Ahornsamen liegen, die die Ratten als Nahrung bevorzugten, sagt Schwab.

Um den Ratten die Nahrung zu nehmen, habe man eine Gartenbaufirma beauftragt, die am Mittwoch vergangener Woche das Gelände von den Ahornsamen befreit habe. Damit würden die Giftköder für die Ratten wieder interessant, so Schwab. „Damit sollte das Rattenproblem bald im Griff sein.“

Nun könnten nämlich die zehn aufgestellten Köder- und Schlagfallen ihre Wirkung zeigen. Eine Gefahr durch die Köderboxen entstehe für die Schüler übrigens nicht, da ein Reingreifen selbst durch kleine Kinderhände konstruktionsbedingt nicht möglich ist. Die Köderboxen würden zudem an ihrem Aufstellort befestigt, sodass sie nicht bewegt oder wegtransportiert werden könnten. Es bestehe keine Verletzungsgefahr.

Die Zahl der bislang gefangenen beziehungsweise erfolgreich bekämpften Ratten auf dem Schulhof sei schwer festzustellen, da sich die Nagetiere nach dem Fressen in ihre Bauten zurückzögen und in der Regel auch dort verendeten, sagt Schwab. Nachdem die HNA wegen der Ratten angefragt hat, gab es aber noch eine weitere Reaktion. Eine Schülerin hat am Dienstag zu Hause erzählt, dass jetzt alle Gänge zugegraben werden, die die Ratten auf dem Schulhof angelegt haben. Die Nagetiere sollen sogar Treppen untergraben haben.

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