Stadt hat Bekämpfung der Plage angeordnet

Ratten breiten sich in Kasseler Innenstadt und der Nordstadt aus

Kassel. Die Ratten sind in Kassel seit anderthalb Jahren auf dem Vormarsch: In der Stadt gebe es in einigen Vierteln „massive Probleme“ mit den Schädlingen und Krankheitsüberträgern, sagt Bernd Kessler vom Ordnungsamt der Stadt.

Zu den Schwerpunkten zählten zuletzt der Entenanger, der Martinsplatz und Teile der Nordstadt.  Verantwortlich für die Plage seien vor allem Lebensmittelhändler und Gastronomen, die ihren Biomüll unsachgemäß lagerten.

Alljährlich im Frühjahr werden alle Kasseler Hauseigentümer per öffentlicher Bekanntmachung von der Stadt aufgefordert, Rattengift auszulegen. „Im Monat April sollen alle Eigentümer Ratten durch entsprechende Fachfirmen bekämpfen lassen, egal ob ein Befall schon sichtbar ist oder nicht“, sagt Kessler. Denn der Großteil der Population lebe im Verborgenen. „Wenn Ratten gesichtet werden, ist ihre Zahl in der Regel schon so groß, dass eine Bekämpfung schwierig wird. Einige verlieren sogar die Scheu vor dem Menschen“, sagt Kessler.

Insbesondere nach dem Winter drängten die Ratten in die Stadt auf der Suche nach Futter. Wer sich als Hauseigentümer nicht an der allgemeinen Rattenbekämfung beteilige, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. „Wir überprüfen natürlich nicht jeden Eigentümer. Aber wenn Nachbarn Rattenprobleme melden, gehen wir dem nach“, sagt Kessler. Dann werde zunächst eine Bekämpfung angeordnet. Wenn sich der Eigentümer weigere, werde ein Schädlingsbekämpfer von der Stadt beauftragt und die Kosten dem Eigentümer in Rechnung gestellt.

Überhaupt rät die Stadt Hauseigentümern, ausschließlich Fachfirmen zu beauftragen. Denn laut einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2013 seien nur noch spezielle Gifte zulässig, die von Fachkräften auszulegen sind. Es müsse verhindert werden, dass Haustiere oder gar Kinder in Kontakt mit dem Gift kämen. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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