40 Anrufe bei der Feuerwehr

Rauchkunst sorgt für Aufregung: documenta-Kunstwerk auf dem Zwehrenturm

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Rauch auf dem Zwehrenturm: Das documenta-Kunstwerk von Daniel Knorr ist seit der Eröffnung der Ausstellung in Athen auch in Kassel zu sehen.

Kassel. Seit Samstag raucht es am Friedrichsplatz mitten in der Kasseler Innenstadt und zwar jeden Tag ab 10 Uhr. Das sorgt für zahlreiche Anrufe bei der Feuerwehr.

Pünktlich zum Start der documenta 2017 in Athen hat der Künstler Daniel Knorr auch in Kassel sein Rauch-Kunstwerk gestartet und das sorgt bereits für einige Aufregung in der Bevölkerung. 

„Knapp 40 Anrufe sind seit Samstag bei der Kasseler Feuerwehr eingegangen“, sagt Norbert Schmitz, Leiter der Kasseler Feuerwehr. Wenn dann das Wort Zwehrenturm oder Rauch am Friedrichsplatz in der Beschreibung vorkomme oder davon auszugehen sei, dass es sich um das Kunstwerk, von David Knorr handelt, dann rufe die Feuerwehr beim Sicherheitsdienst der documenta 14 an. Dort werde abgeklärt, dass es sich auch wirklich nicht um einen Brand handelt. Oft seien es vermutlich Personen, die nicht unbedingt aus Kassel kommen, mit dem Auto über den Steinweg fahren und dort den Rauch beobachten, so die Vermutung von Schmitz. Aber es ist gut und richtig, dass da genau hingeschaut wird, es könne sich ja auch um ein echtes Feuer handeln. 

Über die gehäuften Anrufe bei der Feuerwehr hatte zuvor auch der Radiosender FFH am Montag berichtet.

documenta-Kunstwerk „Expiration Movement“

Der 1968 in Bukarest geborene Künstler Daniel Knorr, inszeniert zur documenta 14 ein Rauch-Kunstwerk auf dem Zwehrenturm des Fridericeanums. Zum Start der Ausstellung in Athen soll der Rauch auch in Kassel verkünden, dass es losgeht. Täglich werden auf dem Turm fünf Rauchmaschinen eingesetzt, die sonst die Feuerwehr für Übungszwecke verwendet. Knorrs d14-Beitrag mit dem Titel „Expiration Movement“ erinnert an Papstwahlen, bei denen zum Ende des Enklaves Rauch aufsteigt. Rauch dient als Kommunikationsmittel. Er sieht das Fridericianum – in dem er selbst schon 2008 ausgestellt hat – auch als Kunstfabrik, Ort einer Kunstindustrie. Auch an die Bücherverbrennung während der NS-Zeit und die Krematorien der Vernichtungs- und Konzentrationslager könne man denken, so Knorr. 

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