Wohnhäuser müssen ab 2014 ausgerüstet sein – Feuerwehr setzt auf Eigenverantwortung

Ab 2014: Keine Wohnung mehr ohne Rauchmelder

Kassel. Alle Häuser und Wohnungen müssen ab 2014 mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Das schreibt die Hessische Bauordnung vor. Kontrolliert wird das jedoch nicht. Und sogar Versicherungen werden Brandschäden bezahlen, selbst wenn kein Rauchmelder installiert war.

Thomas Fleck, stellvertretender Abteilungsleiter für vorbeugenden Brandschutz der Feuerwehr Kassel, hält den Mangel an Kontrolle für unproblematisch. „Es wäre schwierig, alle Häuser auf Rauchmelder zu kontrollieren. Wichtiger ist, dass es die Leute aus Eigenverantwortung umsetzen“, sagt er.

Trotz der Vorschrift würden auch die Versicherungen weiterhin für Brandschäden in Häusern aufkommen, in denen keine Rauchmelder vorhanden sind. „Das liegt daran, dass es nur schwer zu beweisen ist, dass die Schäden mit Rauchmeldern geringer ausgefallen wären“, sagt Christian Lübke, Pressesprecher beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

In welchen Räumen die Melder angebracht werden sollten, ist unter Feuerwehrleuten umstritten. „Zur Grundausstattung gehören alle Räume, in denen geschlafen wird, und die Flure“, sagt Fleck. Das sieht auch die Bauordnung vor. Zusätzlich könne man auch ein Gerät in der Küche anbringen. Allerdings kann es durch Rauch und Wasserdampf beim Kochen zu Fehlalarmen kommen. Da Rauchgase nach oben steigen, sollten die Melder in der Mitte des Raums an der Decke befestigt werden, empfiehlt Fleck.

Feuerlöscher senkt Schäden

400-mal pro Jahr rücke die Kasseler Feuerwehr wegen Häuserbränden aus, schätzt Fleck. Deutschlandweit verzeichnet der Bundesverband der Brandschutzbetriebe 5000 Einsätze pro Tag. Nach dessen Einschätzung könnten 90 Prozent davon in der Entstehungsphase gelöscht werden, wenn ein Feuerlöscher vorhanden ist.

Das sieht auch Thomas Fleck so. Voraussetzung sei aber, dass die Bewohner mit den Löschern umgehen können. Eine kurze Anleitung zur Bedienung ist auf allen Feuerlöschern zu finden. Um Schmutz zu vermeiden, rät Fleck zu einem Löscher mit Schaum-Wasser-Gemisch statt einem Pulverlöscher. Das Löschmittel sollte alle zwei Jahre von Brandschutz-Fachbetrieben überprüft werden.

Von günstigen Lösch-Sprays rät Fleck ab. Eine Dose beinhalte nur 300 Milliliter Löschmittel. Das reiche meist nicht aus, um den Brand zu bekämpfen. Außerdem sei die Reichweite eingeschränkt, sodass man nicht genug Abstand zum Brand halten könne.

Von Daniel Göbel

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