Razzia gegen Salafisten: Auch Kasseler Moschee wurde durchsucht

Kassel. Mit bundesweiten Razzien sind Polizei und Sicherheitbehörden am Donnerstag gegen radikale Islamisten, so genannte Salafisten, vorgegangen. Auch in Kassel wurde nach Informationen der HNA eine Moschee an der Mauerstraße am frühen Morgen durchsucht.

Die Al-Rahman-Moschee war bereits in die Schlagzeilen geraten, weil sie sich mehrfach an der Verteilung kostenloser Korane beteiligt hatte, die bundesweit von dem Kölner Salafisten Ibrahim Abou-Nagie organisiert wird. Gegen dessen Netzwerk „Die wahre Religion“ wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums vereinsrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verbot die salafistische Vereinigung „Millatu Ibrahim“ in Solingen, weil sie sich gegen den demokratische Rechtsstaat richte.

Video: Szenen aus der Kasseler Ar-Rahman-Moschee, die ein Seminar veranstaltet hat. Darin auch zu sehen: Ein salafistischer Prediger.  

Direkter Link zum Film.  

Bereits vor einigen Wochen hat unserer Zeitung berichtet, dass die Al-Rahman-Moschee wegen extremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet wird. In einem Video von einem Islam-Seminar, das Ende Mai in den Räumen der Moschee an der Mauerstraße stattfand, ist der salafistische Prediger Abu Dujana zu sehen. Er gehört auch der Gruppe „Die wahre Religion“ an. Ziel dieses Missionierungsnetzwerks ist aus Sicht des Verfassungssschutzes, Anhänger für den Salafismus zu gewinnen. Dieser religiöse Extremismus mit dem Ziel, einen islamischen Gottesstaat einzurichten, sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Bei der Razzia wurden bundesweit 80 Objekte durchsucht.

Zuletzt aktualisiert um 17.30 Uhr.

Zu den Orten macht das Innenministerium keine Angaben. Der Vorsitzende des Kasseler Al-Rahman-Moscheevereins, Khalid Abderrauf Eddaif, bestätigte auf Anfrage, dass die Polizei am Morgen auch bei ihm Zuhause war. „Es war aber alles in Ordnung“, sagte der 45-Jährige. Er verteidigte die Koranverteilung und die dahinterstehenden Personen: „Das ist nichts Gefährliches“.

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Rubriklistenbild: © dapd

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