Regatta der Tüftler: Wenn Rennboote durch die Fuldaaue flitzen

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Bootsrennen en miniature: Die Modellflitzer schlugen ordentlich Wellen auf dem Modellbootsee in der Fuldaaue.

Kassel. 60 Teilnehmer treten am Wochenende in der Fuldaaue bei einem bundesweiten Wettbewerb mit ihren selbstgebauten Rennbooten an. Es ist die deutschlandweit größte Veranstaltung dieser Art, erläutert Carsten Stöber vom Kasseler Schiffsmodell-Club.

Das Talent liegt in der Familie. Geschickt steuert der 12-jährige Julian Löwer den blauen Flitzer übers Wasser. „Das war mein erstes Rennen,“ sagt er stolz. Auch wenn er nicht gleich den Rundenrekord beim Umfahren der Bojen auf dem Modellbootsee gebrochen hat, beim Steuern des Rennboots mit einem ausgeprägten Rechtsdrall hat der Kasseler Schüler viel Geschick bewiesen.

Wie auch Julian und sein Papa Lothar Löwer nutzen die Teilnehmer die Freundschaftsregatta im Rahmen der Internationalen Deutschen Meisterschaften, um Erfahrungen zu sammeln und auszutauschen: Muss das Boot anders ausbalanciert werden? Braucht es doch einen anderen Akku oder Propeller? Fachsimpeln gehört dazu.

Ein Hobby für Vater und Sohn: Lothar und Julian Löwer aus Kassel überprüfen ein Modellrennboot vor dem Start. Fotos:  Schachtschneider

„40 Prozent ist Fahren, 60 Prozent ist Spaß“, sagt Uwe Wagner, der aus der Nähe von Dortmund angereist ist. Seit seinem 16. Lebensjahr tüftelt er an Miniaturmodellen und Rennbooten, zieht es ihn immer wieder an Känale und Seen, um seine Werke übers Wasser flitzen zu lassen. Sein Hobby wurde schließlich sogar zum Beruf: Der 51-Jährige baut Modelle für den Windkanal in der Ruhr-Universität Bochum.

Technisches und physikalisches Verständnis sowie handwerkliches Geschick sind Grundvoraussetzungen für den Modellbau. Elektro-Ingenieur Lothar Löwer, der auch das Auswertungsprogramm für die Regatta geschrieben hat, bringt dies schon von Berufs wegen mit. Und Sohn Julian baut bereits erfolgreich Ultraleicht-Modelle, die durch die Luft fliegen.

Uwe Wagner

Er hat längst gelernt, dass die aus der Fliegerei stammenden Polymer-Akkus mit Vorsicht zu behandeln sind, weil sie bei Überladung explodieren können. Und er weiß, wie wertvoll die Modelle sind. 250 bis 300 Euro müsse man schon in eine Basisausstattung investieren, erläutert Stöber. Uwe Wagner schätzt, dass in einem seiner Rennboote gut 1000 Euro stecken.

Dabei dürfen die Boote in der Basisklasse mit aller Ausstattung nicht über 900 Gramm wiegen. Damit bringen sie es gut und gerne auf 40 bis 45 Kilometer in der Stunden. Dabei kann so ein Modell aber schnell auch mal aus der Kurve fliegen und baden gehen. Auch Kollisionen sind nicht selten. Dann gibt es eben wieder etwa zu Tüfteln.

Der Wettbewerb auf dem Modellbootsee in der Nähe des Abenteuerspielplatzes endet am Sonntag, 22. Juni, gegen 16 Uhr.

Von Martina Heise-Thonicke

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