Vor allem Erwachsene riskieren ohne Helm ihr Leben

Regelmäßig schwere Unfälle mit Radfahrern

Kassel. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen mit Radfahrern, die teilweise tödlich enden. Vor allem wenn kein Helm getragen wird, kann schon ein unglücklicher Sturz bei geringem Tempo lebensbedrohliche Folgen haben.

Deshalb versucht der Förderverein des Luftrettungszentrums Kassel nun, mehr Menschen davon zu überzeugen, nur mit Helm aufs Rad zu steigen. Erst Mitte Juli starb ein 25-jähriger Student in Kassel, der mit seinem Rad in ein parkendes Auto gefahren war und sich beim Sturz schwere Kopfverletzungen zuzog. Er trug keinen Helm.

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Lebensretter aus Polystyrol

Solche tödlichen Unfälle sind Einzelfälle, der letzte hat sich in Kassel 2007 ereignet. Doch der Blick in die Einsatzprotokolle des Rettungshubschraubers Christoph 7, der in Kassel am Rot-Kreuz-Krankenhaus stationiert ist, zeigt, dass im Sommer mit großer Regelmäßigkeit Radfahrer in der Region verunglücken. Wie schwer die Verletzungen sind, hänge häufig davon ab, ob ein Helm getragen wird, sagt Notarzt Peter Stahl.

Der stellvertretende Ärztliche Leiter des Luftrettungszentrums und Vorsitzende des Fördervereins weiß aus Erfahrung, dass vor allem Erwachsene ein hohe Risiko eingehen, wenn sie ohne Helm Rad fahren. Sie fallen bei einem Unfall aus einer größeren Höhe und oftmals mit höherer Geschwindigkeit. „Wenn es kracht, dann hat das meist schwere Verletzungen zur Folge“, sagt Stahl.

Auch Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch vom Polizeipräsidium Nordhessen rät dringend dazu, dass Erwachsene nur mit Helm aufs Rad steigen. Sie seien schließlich auch Vorbilder für Kinder. Ob bei einem Unfall Helm getragen wird oder nicht, werde nicht extra erfasst, sagt Jungnitsch. Die Statistik sage deshalb nichts darüber aus, wie häufig Helme Leben hätten retten können. Klar sei aber, dass der Kopf mit der Hülle aus Polystyrol und Plastik besser geschützt ist.

Von Marcus Janz

Rubriklistenbild: © HNA

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