Feier zum 150-jährige Bestehen

Regierungspräsidium Kassel im Wandel der Geschichte

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Der Neubau: So sieht das Verwaltungsgebäude des Regierungspräsidiums seit 1957 aus. Zwischenzeitlich wurde es renoviert. 

Kassel. Das Kasseler Regierungspräsidium feiert 2017 sein 150-jähriges Bestehen. Eine große Feier steigt am 19. August in Kassel, auf der das Präsidium eine neue Adresse bekommt: Am alten Stadtschloss.

Wir blicken in die Historie des Standorts.

Über Post vom Steinweg 6 haben sich zumindest Autofahrer bislang nicht gefreut. In der Regel ging es um ein Bußgeld, weil man zu schnell unterwegs war. Daran ändert sich nichts, doch demnächst wird der Absender Am alten Stadtschloss lauten. Zum 150-jährigen Bestehen des Regierungspräsidiums ist die Adressenänderung vorgesehen. Die erinnert an ein wichtiges Kapitel der Kasseler Stadtgeschichte. Der Standort ist allerdings schon viel früher in Erscheinung getreten.

913: König Konrad

Es spricht viel dafür, dass sich am heutigen Standort des Regierungspäsidiums der Geburtsort Kassels befindet. Fest steht, dass Frankenkönig Konrad I. am 18. Februar 913 dort oder in der Nähe sein Lager aufschlug. Hier unterzeichnete er zwei Urkunden. Ganz sicher war sich der königliche Schreiber damals wohl nicht, wie der Ort an der Fulda genannt wurde. 

Er notierte einmal Chassalla, bei der nächsten Urkunde Chassella. Die Ansiedlung war eine von vielen befestigten Königshöfen. Diese Etappenorte lagen etwa 30 Kilometer voneinander entfernt. Das war eine Tagesreise.

1556: Das Stadtschloss

An strategisch günstiger Stelle oberhalb der Fulda wurde das Stadtschloss gebaut. Von 1556 war es die Residenz der Landgrafen von Hessen und der Kurfürsten von Hessen-Kassel.

Kassel und sein Stadtschloss: Das Gemälde von Ernst Metz stammt aus dem Jahr 1775. Links ist das Rondell zu sehen, darüber das Schloss, das im Jahr 1811 von einem Feuer schwer beschädigt und später abgerissen wurde. 

1811: Feuer im Schloss

Im Dezember 1807 zogen Jérôme Bonaparte und seine Frau Katharina im Stadtschloss ein. Das fanden sie ausgesprochen ungemütlich und viel zu kalt. Deshalb bekam Jérômes Hofbaumeister den Auftrag, eine moderne Heizung einzubauen. Dafür wurden Röhren aus Kupfer installiert – eine frühe Fußbodenheizung.

In der bitterkalten Nacht vom 23. auf den 24. November 1811 lief die Heizung auf Hochtouren. Die Röhren hätten regelrecht geglüht, so die Überlieferung. Dadurch habe sich der Holzfußboden entzündet. So entstand ein Großbrand.

1862: Regierungsgebäude

Das Landgrafenschloss wurde nie wieder aufgebaut. Kurfürst Wilhelm I. ließ 1816 die Trümmer beseitigen. Der Bau einer riesigen Chattenburg wurde früh abgebrochen. 1880 entstand hier ein preußisches Regierungs- und Gerichtsgebäude.

1943: Die Zerstörung

In der Bombennacht vom 22. Oktober 1943 wurde das preußische Regierungsgebäude weitgehend zerstört und nach dem Krieg abgerissen. Das Rondell und die Stützmauer erinnern noch an die frühere Bebauung.

In der Bombennacht zerstört: Das preußische Regierungs- und Gerichtsgebäude stand bis 1943 an der Fulda. 

1957: Der Neubau

Zwölf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann der Bau des heutigen Regierungspräsidiums auf dem Trümmergrundstück.

Der erste Regierungspräsident war Dr. Fritz Hoch, nach dem das Bürogebäude benannt ist.

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