Pro Bahn fordert billiges regionales Bus-Bahn-Semester-Ticket für Studenten und neue Gespräche

Regio-Fahrkarte für Studis

Göttingen. Günstig mit Bahn und Bus in der Region unterwegs sein, das können Göttingen Studenten nicht. Denn es gibt kein regionales Semesterticket. Gerd Aschoff, Regionalvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn bemängelt, dass es weiterhin kein regionales Semesterticket für Studierende der Georg-August-Universität Göttingen gibt.

Denn den Studenten, die außerhalb von Göttingen und dort wohnen, wo die Mieten erschwinglicher sind, wird so ein günstiges Pendeln unmöglich gemacht. Aschoff kritisiert deshalb das Verhalten der Studentenvertretung AStA und des Verkehrsverbundes Südniedersachsen (VSN) und bezeichnet das bestehende Ticket als „mangelhaft“.

Der AStA sei leider immer nur daran interessiert gewesen, möglichst weite Bahnstrecken nach Hamburg oder Bremen in das Semesterticket aufzunehmen. Das ermögliche zwar günstiges Wochenendpendeln, aber nur selten die tägliche Fahrt vom Wohnort zur Uni, sagt Aschoff.

Auch der Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN) habe ein ernsthaftes Interesse an einem regionalen Semesterticket vermissen lassen.

Dabei mache ein solches Angebot auch wirtschaftlich durchaus Sinn, erklärt Aschoff: Busverbindungen nach Duderstadt, Dransfeld und Eddigehausen könnten nämlich außerhalb der Verkehrsspitzen durch die Studenten weitaus besser ausgelastet werden.

Deshalb sei auch ein Semesterticket, das auf das Stadtgebiet von Göttingen beschränkt ist und das immer wieder diskutiert wird, nicht sinnvoll. Zumal die kurzen Entfernungen in Göttingen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden könnten.

Pro Bahn fordert nun noch einmal AStA und VSN auf, „sich endlich an einen Tisch zu setzen und ein täglich nutzbares Angebot für die Region zu erarbeiten“. Beispiele, dass dies möglich und sinnvoll ist, zeigten die Verkehrsverbünde Rhein-Neckar (Heidelberg), Stuttgart, Bremen-Niedersachsen und Ems-Jade. Der AStA verhandelt jedes Jahr mit Bahnunternehmen, um das Semesterticket weiterzuführen. Die Studierenden entscheiden jährlich in einer Urabstimmung über das Ticket, die nächste ist in diesem Monat parallel mit den Uni-Wahlen. Der Preis für die zur Urabstimmung stehenden Strecken beträgt 80,81 Euro für das Wintersemester 2012/13 und 77,86 Euro für das Sommersemester 2013. Enthalten sind die niedersächsische Strecken der Deutschen Bahn (DB Regio), der Metronom Eisenbahngesellschaft sowie der Cantus Verkehrsgesellschaft. Zusätzlich stehen die seit dem 11. Dezember durch die NordWestBahn (NWB) befahrene Weser-/Lammetalbahn und für das Wintersemester 2012/13 das Netz der Regio-S-Bahn Bremen (NWB) zur Abstimmung. Während die meisten Preise der Anbieter erhalten bleiben, setzt die DB ihren Preis für das Semesterticket Bremen/Niedersachsen um knapp fünf Euro herauf. Grund hierfür sei der Anstieg der Nutzung der Strecken durch Studierende um 55 Prozent von 2008 bis 2011. Diese Anpassung des Preises erfolgt auch bei anderen Hochschulen in Niedersachsen. Die DB habe sich auch nach längeren Gesprächen in diesem Fall leider nicht verhandlungsbereit gezeigt, so der AStA.

Von Thomas Kopietz

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