Mediziner werden älter, aber der Nachwuchs fehlt

Der Region fehlen bald Hausärzte

Kassel. Der Ärztemangel in Stadt und Landkreis Kassel ist absehbar. Vor allem Hausärzte werden - auch angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung - in den nächsten Jahren gebraucht. Aber auch bei Fachärzten zeichnet sich ab, dass es schwieriger wird, künftig frei werdende Arztpraxen zu besetzen. Das geht aus einer aktuellen Erhebung zur ambulanten Versorgungssituation der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Hessen hervor.

Würden die derzeit praktizierenden Allgemeinärzte mit 65 Jahren aus dem Beruf scheiden, wäre der Nachholbedarf groß: Im Jahr 2025 würden insgesamt 200 nachfolgende Hausärzte gebraucht (96 in der Stadt und 104 im Landkreis). Nur 45 in der Stadt und 53 im Kreis würden weiter praktizieren. Arbeiten die Hausärzte bis zum 68. Lebensjahr, werden 2025 in Stadt und Kreis 161 Praxen frei.

Einzelne Gebiete wären von dieser Entwicklung stärker betroffen: In den östlichen Kasseler Stadtteilen Waldau, Forstfeld, Bettenhausen und Unterneustadt ist bereits jetzt über die Hälfte der Hausärzte über 55 Jahre alt. Das gleiche Bild zeigt sich in Fuldatal, Ahnatal, Nieste, Lohfelden, Schauenburg, Bad Emstal, Trendelburg, Wahlsburg und Wolfhagen. Doch ausreichend Ärztenachwuchs ist nicht in Sicht: „Wir brauchen eigentlich rund 200 Allgemeinärzte pro Jahr, aber es machen nur 70 eine Prüfung“, rechnet Dr. Dieter Conrad, Vorsitzender des hessischen Hausärzteverbandes aus Neuental bei Schwalmstadt, vor. Und die ermittelten Bedarfszahlen sagen in vielen Gebieten nichts über die tatsächliche Situation aus. So seien viele ländliche Gebiete im Schwalm-Eder- und im Werra-Meißner-Kreis schon jetzt unterversorgt.

Das verschärft die Arbeitsbelastung einzelner Mediziner. Denn je weniger Ärzte in einem Gebiet niedergelassen sind, desto höher steigt die Dienstbelastung jedes Einzelnen, weiß auch die KV.

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Von Martina Heise-Thonicke

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