Energieversorgung in Nordhessen

Region könnte schon bald Ökostrom exportieren

Kassel. Im Jahr 2025 kann Strombedarf in Nordhessen zu 80 Prozent aus heimisch erzeugter Öko-Energie gedeckt werden. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Stadtwerke-Union Nordhessen (Sun) und des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes).

Die Untersuchung soll am Mittwoch in Kassel bei einem bundesweiten Energiewende-Kongress vorgestellt werden. Die Forscher sind der Frage nachgegangen, inwieweit der Sun-Verbund mit sechs Stadtwerken aus Stadt und Landkreis Kassel sowie den Landkreisen Werra-Meißner und Schwalm-Eder mit eigenen Mitteln die Energiewende schaffen kann. Bisher kommen etwa 15 Prozent des in Nordhessen verbrauchten Stroms aus regenerativen Quellen. Würden alle denkbaren Ausbaupotenziale für Windräder, Solar- und Bioenergieanlagen genutzt, so könnte die Region rechnerisch 57 Prozent mehr Strom erzeugen, als ihre Einwohner und Betriebe insgesamt benötigen, heißt es in der Studie.

Allerdings sagte Iwes-Leiter Prof. Jürgen Schmid: „Eine energetisch autarke Insel Nordhessen wird es nicht geben.“ Der Grund: Da die Zeiten von Wind und Sonnenschein häufig nicht deckungsgleich mit dem Strombedarf seien, müsse weiterhin zeitweise Energie von außen bezogen oder bei Überproduktion abgegeben werden können. Der Bau eigener Pumpspeicher- oder Gaskraftwerke zum Ausgleich solcher Bedarfsschwankungen sei derzeit nicht wirtschaftlich.

Laut der Studie hätte eine Energiewende in nordhessischer Eigenregie jedoch andere Vorteile: Pro Jahr könnten bis zu 300 Millionen Euro in der Region gehalten werden, die bislang zur Strombeschaffung nach außerhalb fließen. Die Stadt Kassel, die auf eigenem Territorium maximal knapp ein Viertel ihres Strombedarfs aus Öko-Quellen decken könnte, böte sich als Abnehmer für Überschussmengen aus den Landkreisen an.

Von Axel Schwarz

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