Anteil der Erneuerbaren liegt inzwischen bei knapp 37 Prozent

Region ist Musterschüler bei der Energiewende

Kassel. Mehr als ein Drittel des Stroms, der in Nordhessen verbraucht wird, stammt aus erneuerbaren Energien. Ihr Anteil lag im vorigen Jahr bei 36,6 Prozent, 2013 waren es 30,1 Prozent. Das zeigen neue Zahlen des cdw-Stiftungsverbundes.

Dahinter stehen die Stiftungen der drei Gründer des Niestetaler Solartechnikherstellers SMA. Nordhessen hat damit das Ziel der Bundesregierung für 2020 von 18 Prozent für die Erneuerbaren bereits deutlich übererfüllt.

Wesentlicher Treiber ist der Ausbau der Windkraft, die die Sonne als wichtigsten erneuerbaren Energieträger überholt hat. Allein 2014 gingen 21 Windkraftanlagen mit 64 Megawatt Leistung ans Netz. Dadurch stieg die produzierte Windstrommenge innerhalb eines Jahres um 55 Prozent. Dazu trug auch der Windpark Söhre bei, dessen Energie in das Netz der Stadt Kassel eingespeist wird. Zum Vergleich: Das Kohlekraftwerk an der Dennhäuser Straße in Kassel kommt auf eine Leistung von 34 Megawatt und versorgt etwa 32 000 Haushalte mit Strom. Hauptsächlich wird in dem Kraftwerk Fernwärme produziert.

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So stark der Zuwachs bei der Windenergie ist, so deutlich sind die Rückgänge bei anderen Energieträgern. Der Zubau von Photovoltaik-Anlagen sei im Vergleich zu 2013 um 42 Prozent und bei Biomasse um 40 Prozent eingebrochen, sagte Volker Wasgindt, Geschäftsführer des cdw-Stiftungsverbundes. Er warnte davor, sich auf die Windkraft zu verlassen, zumal sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen ab 2017 verschlechterten. Es gebe nach wie vor Anlass zur Sorge, dass die Energiewende scheitert.

Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energie bis 2020 bundesweit auf 18 Prozent zu steigern, wird nach einer aktuellen Studie verfehlt. Laut der Bundesverbände Erneuerbare Energie und Windenergie würden maximal 17 Prozent erreicht. Das bestätigen frühere Studien unter anderem von der Unternehmensberatung McKinsey.

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