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Die Region trauert um Dr. Walter Lübcke: „Er war ein großer Nordhesse“

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Von: Anja Berens

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Wurde am Samstag in seinem Heimatort Istha ermordert: Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (65).
Wurde am Samstag in seinem Heimatort Istha ermordert: Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (65). © Archivfoto: Hedler

Der Tod von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke löst in der Region große Betroffenheit aus. Wir haben die Reaktionen zusammengefasst.

Ausdruck dieser Fassungslosigkeit sind auch die zahlreichen Pressemitteilungen, die gestern die HNA-Redaktion erreichten. Politiker aller Parteien, Verbände und Funktionäre drücken den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

„Wir sind tief bestürzt über den plötzlichen Tod unseres Freundes Walter Lübcke“, schreiben Ministerpräsident Volker Bouffier und der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Bodenberg. Die CDU Hessen trauere um einen „lebensfrohen, bodenständigen und hoch angesehenen“ Politiker. Er habe die Interessen der Menschen in Nord- und Osthessen und weit darüber hinaus mit großer Empathie hervorragend vertreten und nie das klare Wort gescheut. „Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte.“

Tief bestürzt über den Tod von Walter Lübcke: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.
Tief bestürzt über den Tod von Walter Lübcke: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. © Boris Roessler/dpa

Bestürzt äußerten sich Landrat Uwe Schmidt und Vizelandrat Andreas Siebert. Sie erinnern an Lübcke als einen „verlässlichen Partner“ der Landkreise. Die Zusammenarbeit sei von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt gewesen. „Dr. Lübcke hinterlässt als Mensch und Regierungspräsident eine große Lücke in Nordhessen“, so Schmidt und Siebert.

„Der völlig unerwartete Tod reißt eine große Lücke in Nordhessen“, schreibt auch der Landrat des Werra-Meißner-Kreises, Stefan Reuß. „Mit Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke hatten wir zehn Jahre lang eine starke Stimme für Nordhessen, der sich auch über die Parteigrenzen hinweg viel Ansehen durch seine pragmatische Art erworben hat. Seine klare Ansprache, aber auch seine tiefe Überzeugung, dass die Region Nordhessen mehr Potenziale hat, wenn sie gemeinsam vorangebracht wird, waren stets überzeugend.“

Auch in Gießen hat Lübckes plötzliche Tod Bestürzung ausgelöst. „Mit Walter Lübcke verliere ich einen liebenswerten Weggefährten, einen bürgernahen und sehr engagierten Kollegen, der sich für ,sein‘ Nordhessen und Regierungspräsidium stark gemacht hat“, sagt der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Vor allem für seine klaren Worte habe er Walter Lübcke geschätzt und dafür, „dass bei ihm ein Wort ein Wort war – ohne Wenn und Aber.“ Er habe sein Amt als Regierungspräsident geliebt „und ich weiß von ihm, dass er noch viel vorhatte“, sagt RP Ullrich.

Auch die IHK trauert: „Sein Wirken für die Betriebe kann man nicht hoch genug wertschätzen“, schreiben Präsident Jörg Ludwig Jordan und Hauptgeschäftsführerin Sybille von Obernitz. „Er war immer ein wertvoller Ratgeber und Mitstreiter mit einem offenen Ohr für die Belange der nordhessischen Wirtschaft.“

Tief betroffen ist auch der CDU-Bezirksverband Kurhessen-Waldeck. Wir verlieren einen treuen Weggefährten - vor allem aber einen wahren Freund“, erklärte der Bezirksvorsitzende der CDU Kurhessen-Waldeck Bernd Siebert auch im Namen der Kreisvorsitzenden Michael Aufenanger (Kassel-Land), Eva Kühne-Hörmann (Kassel-Stadt), Mark Weinmeister (Schwalm-Eder), Armin Schwarz (Waldeck-Frankenberg) und Lena Arnoldt (Werra-Meißner).

„Für uns war er ein Musterbeispiel eines Nordhessen – in der Sache hart und ganz nahbar im persönlichen Umgang. Seine bisweilen launige, vor allem aber freundliche Art hat ihm die Herzen zahlreicher Menschen in Vereinen, Verbänden, Institutionen und Unternehmen geöffnet“, schreibt der CDU-Bezirksverband. Er habe ein offenes Ohr für die Nöte seiner Bürger gehabt und immer versucht, einfache und unbürokratische Lösungen zu finden. „Nicht umsonst wurde er von vielen auch als der ‚Kurfürst’ Nordhessens bezeichnet. Er war ein großer Nordhesse.“

Auch die Kasseler Grünen zeigen sich geschockt. „Seine Verbundenheit mit der Region und sein engagierter Einsatz für Nordhessen brachten ihm völlig zu Recht ein außerordentliches Ansehen über Parteigrenzen hinweg ein. Auch wenn es politisch mal diskursiv zuging, bei Dr. Lübcke konnte man sich immer auf die klaren Worte verlassen. Er wird uns fehlen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Boris Mijatovic. Lübcke zählte zu den prägendsten Persönlichkeiten Nordhessens, ergänzen die Parteivorsitzenden Vanessa Gronemann und Daniel Stein. Man hoffe auf eine schnelle Aufklärung. Bis dahin gebe es keinen Platz für Spekulationen.

Auch die AfD im Landkreis Kassel ist „tief bestürzt und fassungslos angesichts des gewaltsamen Todes von Regierungspräsident Walter Lübcke“. Über Parteigrenzen hinweg habe er sich mit seiner gradlinigen, direkten Art Respekt und Anerkennung erworben. „Wir hoffen, dass die Umstände seines Todes baldmöglichst und vollumfänglich aufgeklärt werden.“

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Rosen und Kerzen drücken vor dem Regierungspräsidium Trauer und Entsetzen über den Tod Walter Lübckes aus. © Andreas Fischer

Janine Wissler, Vorsitzende der Linken im Hessischen Landtag schreibt: „Ich habe Walter Lübcke als fairen Kollegen im Wirtschaftsausschuss und verkehrspolitischen Sprecher kennengelernt. Als Regierungspräsident hat er sich 2015 sehr deutlich für die Aufnahme von Flüchtlingen und gegen Rechts ausgesprochen.“

Erschüttert zeigt sich auch der Vorsitzende der Fraktion der FDP im Hessischen Landtag, René Rock. „Mit Walter Lübcke verlieren wir einen bodenständigen und dem Leben zugewandten Menschen, der Herzen zu gewinnen verstand. Er war ein herausragender Anwalt nordhessischer Interessen, kluger Politiker und exzellenter Verwaltungsfachmann“, schreibt Bock. Walter Lübckes Tod bedeute einen Verlust für ganz Hessen.

Einen ausführlichen Nachruf zum Tod von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke lesen Sie hier. Die Umstände des Todes sind noch nicht geklärt. Das Landeskriminalamt ermittelt in alle Richtungen. Betroffenheit herrscht auch in Lübckes Heimatort Istha. Wir waren vor Ort.

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