Scheitern Tarifverhandlungen, wollen Lokführer streiken

Regiotram: Im Vorjahr fielen 2550 Züge bei uns aus - Neue Ausfälle drohen

Kassel. 2550 Mal sind die Regiotrams in und um Kassel im vorigen Jahr nicht gefahren. Der NVV beharrt auf eine Strafe von 900.000 Euro von der Regiotram-Gesellschaft (RTG).

Im Schnitt seien von Januar bis November 3,4 Prozent der etwa 75.000 Regiotram-Fahrten ausgefallen oder durch Busse ersetzt worden, sagte Steffen Müller, stellvertretender Pressesprecher des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV). Den Dezember werte der NVV noch aus. Wegen der Ausfälle beharre der NVV darauf, dass die Regiotram-Gesellschaft (RTG) eine Strafe von 900.000 Euro zahlt.

Ob die Regiotrams künftig wieder zuverlässiger nach Plan unterwegs sind, könnte sich am Dienstag entscheiden. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) trifft sich zu Tarifgesprächen mit der RTG. Sollten die Verhandlungen scheitern, drohen neue Streiks mit Zugausfällen.

Im Vorfeld wollten sich beide Seiten auf Anfrage nicht zu Details äußern. GDL-Sprecherin Gerda Seibert sagte aber zu, dass zu Streiks frühestens nach dem aktuellen Gespräch aufgerufen werde. Zunächst solle über „das verbesserte Angebot“ der RTG verhandelt werden. Dann könnte es jedoch schnell gehen. An einer Urabstimmung haben sich 79 Prozent der aufgerufenen 62 Mitglieder über den Jahreswechsel beteiligt. Einstimmig hätten sich die Lokführer für eine Fortführung der Arbeitskämpfe ausgesprochen, teilte die GDL am Montag mit.

Im Kern fordert die GDL mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für die Regiotram-Lokführer. Nach Darstellung der Gewerkschaft zahle die RTG bis zu 21 Prozent weniger als im Rahmentarifvertrag vereinbart, der bundesweit für 97 Prozent aller Lokführer gelte.

Seit Monaten gibt es Einschränkungen bei der Regiotram. Neben dem Tarifkonflikt belastet ein ungewöhnlich hoher Krankenstand von knapp 20 Prozent den Betrieb. Auch in dieser Woche werden acht Züge auf den Linien RT3 und RT4 durch Busse ersetzt.

Von Claas Michaelis

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