Ersatzverkehr mit Bussen unmöglich

RTG nach Streik: Wenn Regiotrams stehen, gibt es keine Alternativen

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Sie standen still: Wegen eines Streiks, zu dem die GDL am Mittwochanbend aufgerufen hatte, fuhren die Regiotrams in Kassel am Donnerstagmorgen nicht.

Kassel. Der Streik bei den Regiotrams ist langsam überwunden, nun äußert sich die RTG selbst. Und macht klar, dass der Ausfall mit Bussen überhaupt nicht auszugleichen ist.

Aktualsiert um 15.15 Uhr

Wenn die Regiotram bestreikt wird, gibt es keine Alternative zu den stehenden Zügen. Das sagt der Geschäftsführer der Regiotram Gesellschaft, Klaus Reintjes. Jeden Morgen fahren 26 Regiotrams in Kassel und Umgebung. Sie transportieren nach HNA-Informationen etwa 4000 Fahrgäste. Um auch nur annähernd eine solche Zahl von Fahrgästen zu bewältigen, müssten mindestens 50 Busse eingesetzt werden, sagt Reintjes. Die habe aber niemand.

Beim Streik heute früh seien nahezu 100 Prozent der Regiotrams ausgefallen. Nur ein Zug von Schwalmstadt nach Kassel soll um sieben Uhr unterwegs gewesen sein. Warum, konnte niemand sagen.

Die RegioTrams fahren seit der Mittagszeit auf drei der vier nordhessischen RegioTram-Linien weitgehend nach Plan, wie die RTG in einer Mitteilung von 15.11 Uhr schreibt. Darin bedankt sich Reintjes bei den Verkehrsunternehmen Kurhessenbahn und Cantus. Deren Züge hätten während des Streiks auf den Linien der RT4 nach Wolfhagen und der RT5 nach Melsungen zusätzlich an den Haltestellen ihre Züge gestoppt und die RegioTram-Fahrgäste mitgenommen.

Klaus Reintjes

Die Regiotram Gesellschaft beschäftigt 86 Lokführer. Darunter sind auch sogenannte Leihlokführer, die bei anderen Unternehmen angesiedelt sind. Darunter vier Lokführer, die Beamte sind. Sie gehören zur Deutschen Bahn (DB). "Die vier Beamten einzusetzen, bringt gar nichts", sagt Reintjes.

Zum Berufsverkehr am Nachmittag werde sich der Verkehr normalisieren, schätzt der RTG-Chef. Es dauere nach Ende des Streiks immer ein paar Stunden, bis alles wieder rolle. Das liege daran, dass vor einem Streik die Regiotrams nicht nur in Kassel, sondern auch in den Bahnhöfen Wolfhagen, Hofgeismar, Melsungen und Schwalmstadt abgestellt würden. Dorthin müssten die Lokführer nach Ende des Streiks erst kommen. Die Regiotrams müsste sich zudem erst wieder in den Fahrplan der Deutschen Bahn "einfädeln".

Eine 17-prozentige Lohnerhöhung, wie von der Gewerkschaft GdL gefordert, sei nicht zu verkraften, sagt Klaus Reintjes. Mit weiteren Forderungen erhöhe sich das auf insgesamt 30 Prozent. Die Lokführer hätten bereits im Juli drei Prozent mehr Lohn bekommen, zum 1. Januar seien nochmal drei Prozent angeboten worden. Nach Auskunft des RTG-Geschäftsführers verdient ein Lokführer bei der RTG zwischen 2800 und 3200 Euro brutto im Monat. Er arbeite im Schichtdienst 40 Stunden in der Woche und habe im Schnitt 26 Tage Urlaub im Jahr. (tho)

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