Kinder- und Jugendkulturtage: Schüler präsentierten in Kulturfabrik Ergebnisse ihrer Workshops

Reimen wie Rapper Eminem

Kunststück: Mit den Profis vom Zirkus Buntmaus studierten Heinrich-Steul-Schüler während der Kinder- und Jugendkulturtage eine akrobatische Showeinlage ein. Fotos:  Rogge-Richter

Kassel. Das Herz klopft durch den Kapuzenpulli, das Mikro klebt in der schweißnassen Hand: So ähnlich wie Manuel, Iliyas, Benny und Hüseyin muss sich Rapper Eminem vor seinem ersten Auftritt gefühlt haben. Die vier Heinrich-Steul-Schüler aus Kassel stehen auf der Bühne in der Kulturfabrik Salzmann, mit ihrem selbst geschriebenen Text in der Hand und einem pinkfarbenen Scheinwerferspot im Gesicht.

Hier präsentieren die vier Reimekünstler und 70 weitere Zehn- bis 14-Jährige an diesem Donnerstag die Ergebnisse der zweiten Kinder- und Jugendkulturtage, organisiert vom Verein Kulturfabrik Salzmann. „Die können uns ja alle sehen“, murmelt Hüseyin noch leise mit Blick auf seine Schulkameraden im Publikum, bevor ihm Iliyas das Mikro in die Hand drückt. „Ich bin Hüseyin, alle Mädchen lieben und küssen mich. Wenn ich weggehe, vermissen sie mich“, legt er los, während die Jungen anerkennend mit dem Kopf nicken und die Mädchen verzückt klatschen.

Zwei Tage geübt

„Ich hatte fast Herzstillstand“, sagt Manuel später nach ihrem Auftritt, für den die Jungs zwei Tage lang mit Rapper Tim Taylor geprobt haben. Doch nicht nur rappen konnten die insgesamt 250 Mädchen und Jungen an den beiden Kinder- und Jugendkulturtagen lernen. Die 20 Gruppenleiter – Musiker, Tänzer, Schauspieler, Artisten – brachten ihnen auch tanzen, trommeln, Gedichte schreiben und unter anderem Märchen erzählen bei. Zudem standen Radio-, Literatur- und Zirkusworkshops auf dem vielseitigen Programm, das Projektleiterin Elisabeth Nitzschke und ihr fünfköpfiges Kulturfabrik-Team mithilfe vieler Förderer erneut auf die Beine gestellt hatten.

„Bereits die ersten Kinder- und Jugendkulturtage im April sind bei Schülern, Lehrern und Eltern sehr gut angekommen“, sagt Nitzschke. Dieses Mal profitierten die Heinrich-Steul-Schule, die Grundschule am Lindenberg und die Kindertagesstätte Forstbachweg von der Initiative für kulturelle und musische Bildung. „Wir wollen in Zukunft gern auch längerfristige Projekte im gesamten Schuljahr anbieten“, sagt Nitzschke. „Wir möchten, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur konsumieren, sondern selbst kreativ werden und ihren Kunstbegriff erweitern. Frei nach dem Motto: Ich kann selber was, ich mache was“, erläutert sie das Ziel des Kooperationsprojekts, das unter anderem vom Ortsbeirat Forstfeld, dem Freien Radio Kassel und dem Zirkus Buntmaus unterstützt wird.

Dass die Kinder- und Jugendkulturgruppe vor allem bei ihrer Zielgruppe, den Schülern, gut ankam, zeigte auch das Fazit von Sina Schneider (11): „Unser Workshop war schöner als Schule, aber auch anstrengend. Wir mussten üben, üben, üben.“

Von Sarah Rogge-Richter

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