Stelle wird unverzüglich ausgeschrieben

Rein Wolfs verlässt das Fridericianum

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Rein Wolfs

Kassel. Rein Wolfs, Leiter der Kunsthalle Fridericianum, wird am 1. März Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn. Das teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann in Bonn mit. Der 52 Jahre alte Wolfs hatte seinen Kasseler Posten 2008 mit einer spektakulären Christoph-Büchel-Ausstellung angetreten.

Zuvor war er in Rotterdam und Zürich tätig gewesen. Wolfs’ vorzeitig bis 2016 verlängerter Vertrag wurde gestern aufgelöst. In Bonn folgt er auf Robert Fleck. Der Bund finanziert die Bundeskunsthalle jährlich mit 16,5 Mio. Euro. (dpa/vbs)

Schnelle Nachfolge

Die Nachricht von der Berufung des Kunsthallen-Leiters Rein Wolfs an die Bundeskunsthalle in Bonn erreichte die Kasseler Verantwortlichen während einer Sitzung des documenta-Aufsichtsrates, Wolfs’ Arbeitgeber. Man sei vorab über die mögliche Berufung Wolfs’ informiert gewesen, sagte documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld Donnerstagabend. Als die Nachricht von der Wahl Wolfs kurz nach 16 Uhr per SMS eintraf, habe man sofort reagieren können.

Der Aufsichtsrat habe beschlossen, Wolfs aus seinem laufenden Vertrag freizugeben und die Stelle des Leiters der Kunsthalle Fridericianum unverzüglich neu auszuschreiben. Man könne und wolle Wolfs nicht die Chance verbauen, eine solch herausgehobene Position wie die in Bonn anzutreten, sagte Leifeld. Gleichzeitig wolle man so rasch wie möglich einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin finden.

Die Ausschreibungsfrist werde am 28. Februar enden, sagte Leifeld, so dass sich Kandidaten, die ein überzeugendes Konzept vorlegen, bereits im April dem documenta-Aufsichtsrat vorstellen könnten.

Das Fridericianum steht als Kunsthalle ohnehin frühestens nach dem 16. Juni wieder zur Verfügung, wenn die große Jordaens-Ausstellung der MHK beendet ist. Wie schnell ein neuer Leiter dann eine Ausstellung auf die Beine stellen kann, ist allerdings unklar. Leifeld sagte, man zeige hier „sportlichen Ehrgeiz“. Möglicherweise könne ein künftiger Leiter ein begonnenes Projekt mit nach Kassel bringen.

Rein Wolfs betonte gestern gegenüber der HNA, er habe sich nicht aktiv von Kassel wegbeworben. Er habe hier „sehr gute und interessante Arbeitsmöglichkeiten“ gehabt. Das Bonner Angebot habe er aber nicht ablehnen können. Besonders reizvoll sei es für ihn, dass er in der Bundeskunsthalle auch Projekte realisieren könne, die nicht auf den Bereich der Moderne beschränkt sind, sondern das ganze Spektrum der Kunst umfassen. Seine neue Tätigkeit werde er im März beginnen.

Von Werner Fritsch

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