Reinhardswaldschule in Fuldatal-Simmershausen wird keine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge

Idyllisch gelegen: Die Reinhardswaldschule in Simmershausen bleibt offenbar weiterhin Tagungsstätte und Ort der hessischen Lehrerfortbildung. Flüchtlinge werden hier nicht zur Erstaufnahme einziehen. Foto: Schräer

Fuldatal. Neue Nutzung für die Reinhardswaldschule in Fuldatal-Simmershausen? Ein Gerücht sorgte einige Tage für Unruhe in der Tagungsstätte. Danach sollte sie eine Unterkunft für die Erstaufnahme von Flüchtlingen werden. Und zwar schon relativ bald. So sollten angeblich die derzeitigen Mitarbeiter binnen 14 Tagen ausgezogen sein, um Flüchtlingen Platz zu machen.

Fakt ist, dass die zentrale Einrichtung zur Erstaufnahme von Flüchtlingen in Gießen aus allen Nähten platzt. Daher ist die Landesregierung auf der Suche nach weiteren Standorten auch in Süd- und Nordhessen. In Kassel wird zum Beispiel das Gebäude der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren überprüft.

Am Montag hatte es in der Reinhardswaldschule eine kurzfristig einberufene Betriebsversammlung für die rund 40 Beschäftigten der Tagungs- und Fortbildungsstätte für Lehrer gegeben – mit Vertretern des hessischen Innen- und des Kulturministeriums. Die sorgte nach Informationen der HNA bei den Beschäftigten für helle Aufregung. Denn seitens des Kultusministeriums sei mitgeteilt worden, dass in zwei Wochen Schluss sei in Simmershausen.

Dies sei ein Missverständnis, sagt Margit Berghof-Becker, Leiterin der Tagesstätte, auf HNA-Anfrage. Derzeit werde durch das Hessische Immobilienmanagement, dem die Reinhardswaldschule gehört, lediglich geprüft, ob sich die Liegenschaft für eine Erstaufnahme für Flüchtlinge eigne. Diese Prüfung solle in zwei Wochen abgeschlossen sein, das Ergebnis noch völlig offen, meint Berghof-Becker. Dies sei während einer Dienstversammlung am Mittwoch den Mitarbeitern mitgeteilt worden.

Markus Büttner, stellvertretender Sprecher der Hessischen Staatskanzlei, geht sogar noch weiter. Auf Nachfrage der HNA teilte er schriftlich am Mittwochabend mit, dass das Hessische Ministerium für Soziales und Integration die Schule nicht für eine Erstaufnahme von Flüchtlingen nutzen werde. Demnach bleibt die Reinhardswaldschule offenbar der Lehrerfortbildung erhalten.

Die Liegenschaft hat eine Fläche von 30 000 Quadratmetern (vier Fußballplätzen). Auf dem Gelände gibt es insgesamt elf Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. In zwei Übernachtungshäusern stehen 72 Einzel- und elf Doppelzimmer zur Verfügung. Die Liegenschaft gehört dem Hessischen Immobilienmanagement. Dies hat die Reinhardswaldschule an das Landesschulamt und Lehrkräfteakademie vermietet für jährlich eine Million Euro.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.