Nach Insolvenzantrag wird Kultours-Kunden versichert, dass Bustouren stattfinden

Kassel. Gegen den Kasseler Reiseveranstalter Marco Ebert („Kultours“) sind zwei Strafanzeigen wegen des Verdachts des Betrugs erstattet worden. Das sagte Polizeisprecherin Sabine Knöll. Am Freitag vergangener Woche war ein Insolvenzantrag für die „Kultours-Reisen-GmbH“ beim Amtsgericht Kassel gestellt worden.

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Nachdem die HNA darüber und über eine Kundin berichtet hatte, die seit Wochen auf eine Rückzahlung wegen einer nicht stattgefundenen Reise von der „Kultours-Reisen- GmbH“ in Höhe von 1142 Euro wartet, hatten sich in dieser Woche mehrere Kunden des Reiseveranstalters gemeldet. Menschen, die Sorge haben, dass sie ihre bereits gezahlten Reisen ebenfalls nicht antreten können. Einige von ihnen erklärten, dass ihnen auch kein Sicherungsschein mit den Reiseunterlagen ausgehändigt worden sei.

Reinhold Kilbinger, Pressesprecher des Kasseler Amtsgerichts, erklärte, dass der für das Insolvenzverfahren zuständige Richter einen Sachverständigen bestellt habe, der ein Gutachten über die „Kultours-Reisen-GmbH“ erstellen soll.

Marco Ebert erklärte gegenüber der HNA: „Ich habe nichts mehr mit der GmbH zu tun. Weder als Gesellschafter noch als Geschäftsführer.“ Er beruft sich darauf, dass er die GmbH verkauft habe. Wann, darüber wollte sich Ebert gegenüber der HNA nicht äußern. Fest steht, dass Ebert jetzt eine Unternehmergesellschaft (UG) mit dem Namen „Kultours Kassel UG“, die nur mit dem Zusatz „haftungsbeschränkt“ genannt werden darf, gegründet hat.

Laut Kilbinger wurde diese UG am 7. Juli beim Amtsgericht angemeldet. Gegenwärtig werde allerdings geprüft, ob der Name dieser neuen Gesellschaft überhaupt „eintragungsfähig“ sei. Grund für die Prüfung ist die Namensähnlichkeit zu „Kultours-Reisen-GmbH“, für die der Insolvenzantrag gestellt worden ist.

Auch wenn Ebert nach eigenen Angaben mit dieser GmbH nichts mehr zu tun hat, so hat er doch in dieser Woche Briefe an einige Kunden geschrieben, die noch bei der „Kultours-Reisen-GmbH“ gebucht und auch bereits dafür gezahlt haben.

„Selbstverständlich führen wir die Reise ... durch“, hat Ebert als Geschäftsführer der „Kultours Kassel UG“ den Brief unterschrieben. Dabei handelt es sich um eine Tour zu den Bregenzer Festspielen und um eine Backstein-Gotik-Reise an die Ostsee.

Die Kunden, die für über 1600 Euro bei der „Kultours-Reisen-GmbH“ für Anfang September eine Reise nach Russland mit dem Titel „Traumhafter Osten“ gebucht und bereits bezahlt haben, bekamen in dieser Woche keinen Brief von Marco Ebert. Einen Sicherungsschein haben sie auch nicht erhalten.

Wird diese Reise stattfinden? „Ich bin bemüht, alle Fahrten durchzuführen“, erklärte Ebert gestern auf Anfrage.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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