Kasselerin probiert Trend aus

Reisetrend Wwoofing: Arbeit statt Urlaub auf dem Eselhof

Die Kasselerin Deborah Herborth hat den Urlaubstrend Wwoofing ausprobiert und unentgeltlich auf einem Öko-Hof in Bayern gegen Kost und Unterkunft gearbeitet. Foto: PRIVAT/nh

Die Kasselerin Deborah Herborth ist im Reisefieber. Seit die 24-Jährige ein Jahr lang als Au-pair in den USA gearbeitet hat, will sie die Welt erkunden - und probiert "Wwoofing" aus.

Pauschalreisen sind nicht ihr Ding. Sie will Neues ausprobieren, sucht die andere Erfahrung. Anfang des Jahres hat die gelernte Industriekauffrau sie im „Wwoofing“ gefunden.

„Wwoof“ steht für World- Wide Opportunities on Organic Farms (Weltweite Möglichkeiten auf Biobauernhöfen) und ist ein weltweites Netzwerk aus freiwilligen Helfern und Ökohöfen. „Wwoofing ist wie Work & Travel, nur auf einem Biohof. Dort arbeitet man gegen Kost und Logis“, erklärt Herborth das Konzept.

Aufmerksam wurde die Kasselerin auf diesen Trend-Urlaub durch eine Reportage im Fernsehen. Die Idee, auf einem ökologischen Bauernhof mitzuarbeiten, gefiel ihr. „Ich bin ein tierlieber Mensch und interessiere mich dafür, woher mein Essen kommt“, sagt Herborth. Und so meldete sie sich kurzerhand auf der Internetseite wwoof.de an. Dort bieten gut 400 Öko-Höfe das „Wwofen“ in Deutschland an.

Mit dem Eselhof Daxstein in Schöllnach hatte Herborth bald den richtigen Ort für sich gefunden. Anfang Januar ging es dann los. Zehn Tage lang kümmerte sich die 24-Jährige auf dem Bauernhof im Bayerischen Wald um die gut 20 Esel, Hunde und Katzen, die dort leben, kochte für die Familie, unterstützte sie bei anfallenden Büroarbeiten und lernte mit der Tochter für die Schule.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

„Ich war mitten in der Familie drin“, schwärmt Herborth. Sie sei dort sehr herzlich aufgenommen worden. Ansonsten schippte sie vor allem Schnee, um den Rekordmassen, die zum Jahresanfang gefallen waren, Herr zu werden. „Wir waren total eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten“, erinnert sich die Kasselerin. Blasen an den Händen gehörten für sie auch zu den Erfahrungen ihres ungewöhnlichen Urlaubs.

Bis zu vier Stunden täglich arbeitete Herborth, den Rest des Tages sowie das Wochenende hatte sie zur freien Verfügung. Gewohnt hat sie in einem zum Hof gehörenden Mini-Haus mit Blick auf die Alpen. Die kleine Ferienwohnung hat ihre Gastfamilie, auch mithilfe von anderen Freiwilligen, selbst gebaut.

Herborths Fazit nach zehn Tagen „Wwoofing“: jederzeit wieder. „Ich habe viele neue Erfahrungen gemacht und sehr viel gelernt über nachhaltigen Gemüseanbau und artgerechte Tierhaltung.“

Die Kasselerin ist so begeistert von der alternativen Reiseform, dass sie sich vorstellen kann, bald auch auf einem Hof im Ausland zu „wwoofen“, „gerne auf einer Farm in den USA oder in Irland“.

Von Nicole Schippers

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