Veranstaltung in Hockenheim

Studenten von Herkules Racing: Rennstall fährt sich warm

Kasseler Pferdestärken: Das Team von Herkules Racing mit dem selbstgebauten Boliden aus dem vergangenen Jahr. Aktuell bauen die Studenten ihren fünften Rennwagen. Mit ihm rollen sie zu einem Wettbewerb auf dem Hockenheimring. Foto: Uni Kassel

Kassel. Jetzt wird es ernst für das Herkules Racing Team der Kasseler Uni. Die Studenten wollen mit ihrem eigenen Rennwagen an einem Wettbewerb auf dem Hockenheimring in Baden-Württemberg teilnehmen.

Von dem Auto, das am Ende 130 Kilometer pro Stunde schnell sein darf, steht bisher der geschweißte Rahmen.

62 Studenten arbeiten in Kassel deshalb unter Druck an dem Rennwagen, der jedes Jahr mit bestimmten Aufgaben neu gebaut werden muss. Aktuell muss besonders die Aerodynamik des Autos verbessert werden. Ein Sponsor hat dafür ein Programm zur Verfügung gestellt, das kalkuliert, wie stromlinienförmig das Auto ist.

115 Gruppen treten in Hockenheim mit ihren selbstgebauten Vehikeln an. Teil des Wettbewerbs ist jedoch nicht nur das Autorennen. Auch das Design der Boliden muss vorgestellt werden und in einem Planspiel müssen die Studenten fiktive Investoren für eine Serienproduktion finden.

Als Vorbereitung auf diesen Wettbewerb nehmen die Studenten vorher mit ihrem mittlerweile fünften Auto an einem Testlauf im bayerischen Wackersdorf teil. Statt echten Platzierungen gibt die Jury dort Tipps, was die Studenten noch verbessern könnten.

Die Vorbereitung, die die Studenten dabei bewältigen, ist eher die eines mittelständischen Unternehmens, als die eines Studienprojektes. „In der heißen Phase schläft hier nachts keiner mehr“, weiß Markus Wichette. Der 24-Jährige Abteilungsleiter des Bereichs Motor sagt, dass tagsüber das Auto getestet werden müsse, nachts bliebe dann Zeit für Verbesserungen. Um die Fahrtüchtigkeit des Rennwagens zu prüfen, steht dem Team eine Fläche des Flughafens Calden zur Verfügung.

Auch die Kosten des Boliden erinnern nicht an studentische Ausgaben: Sie liegen im sechsstelligen Bereich. 70 Sponsoren beteiligen sich, unter anderem Ingenieurdienstleister Brunel und Volkswagen. Das Projekt ist jedoch nicht auf das Fach Maschinenbau begrenzt. Auch Studenten der Elektrotechnik, Mechatronik, Wirtschaftswissenschaften, Produktdesign, Germanistik und Englisch arbeiten mit. Fahrer in Hockenheim wird letztlich, wer bei einem Gokart-Rennen der Schnellste ist.

„Im vergangenen Jahr haben wir Platz 18 erreicht“, sagt Antje Bennefeld, Teamleiterin von Herkules Racing. In diesem Jahr sei es aber realistisch unter den besten 15 zu landen, sagt sie. Auf Hockenheim freue sich schon das ganze Team. Es sei ein „unglaubliches Gefühl“, vor den 3600 Teilnehmern zu stehen, ihnen in die Augen zu schauen und zu sagen: „Ihr seid genau so verrückt, wie wir.“

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