Mit Muskelkraft betriebene Carrera-Bahn mit besonderen Wagen am Hauptbahnhof

Rennzirkus zum Hessentag

Bei der Planung: Sebastian Fleiter (hinten) vor einem Modell der geplanten Rennbahn, die derzeit im Bau ist. Links daneben Holger May. Foto: Marc Vaupel/ Atelier Fleiter

Kassel. Unter dem Namen „Stromodrom“ wird zum Hessentag (14. bis 23. Juni) am Hauptbahnhof eine Art übergroße Carrera-Rennbahn aufgebaut, die ihren Strom aus der Muskelkraft der Besucher gewinnt. In der ehemaligen Betriebssporthalle der Bahn, die das Kulturnetzwerk Nachrichtenmeisterei nutzt, wird die 44 Meter lange Bahn entstehen.

Eine Firma aus Leverkusen baut derzeit an der Anlage und den Fahrzeugen.

Was viele aus dem Kinderzimmer als Carrera-Bahn kennen, hat das Atelier Fleiter, das den Rennzirkus organisiert, in eine andere Dimension übertragen und mit dem Energiespargedanken verbunden. Die aus Holz gefertigte, sechsspurige Rennstrecke, auf der bis zu 40 Zentimeter lange Sportwagen unterwegs sein werden, funktioniert ohne Energie aus der Steckdose. Für Elektrizität sorgen die Hessentagsbesucher, indem sie auf stationär montierten Rennrädern in die Pedale treten. Generatoren wandeln die Pedalumdrehungen in Strom um.

Gebaut wird das „Stromodrom“ von der Firma Mobilracing aus Leverkusen, die sich auf den Bau von Rennbahnen und Fahrzeugen spezialisiert hat. Im Mai beginnt der Aufbau der ovalen Strecke in der Turnhalle. Die Rennen werden in Teams gefahren, die sich ab dem 15. Mai anmelden können. Die Teilnahme ist kostenlos - die Kosten werden von Sponsoren getragen. Hauptsponsor sind die Städtischen Werke.

Angeboten werden unterschiedliche Rennvarianten. Bei allen gleich ist, dass eine Person in die Fahrradpedale treten muss. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge kann – je nach Rennmodus – über die Rennräder direkt gesteuert werden, indem langsam oder schnell getreten wird, oder über einen separaten Gashebel.

Da die Spuren, in denen die Autos fahren, in den Kurven enger zusammenlaufen, wird es häufiger auch zu Zusammenstößen kommen. „Da werden immer wieder Autos aus der Bahn fliegen. Die sind aber so stabil, dass da nichts passiert“, sagt Organisator Sebastian Fleiter.

Geplant sind etwa Rennen, bei denen sich Teams (aus Firmen, Schulen, Vereinen etc.) zusammenfinden, die gegeneinander antreten. Aber auch ein Tractorpulling (Traktorschleppen) steht auf dem Programm, bei dem spezielle Fahrzeuge Kasseler Wahrzeichen wie den Herkules möglichst weit ziehen müssen. Statt eines Gewichts, wie im Original, strampeln die Personen auf dem Fahrrad gegen einen kontinuierlich steigenden elektrischen Widerstand.

Zudem steht ein 24-Stunden-Rennen, parallel zu Le Mans am 22./ 23. Juni, auf dem Programm, bei dem Teams von zehn bis zwölf Personen antreten. Auch ein Mitternachtsrennen wird es geben.

Nach dem Hessentag, wo die Anlage Bestandteil der Klimameile der Wilhelmsstraße ist, will das Atelier Fleiter die mobile Anlage für weitere Veranstaltungen nutzen.

Anmeldung ab 15. Mai auf www.stromodrom.de möglich.

Von Bastian Ludwig

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