Renovierung abgeschlossen: Brüder-Grimm-Museum zieht ins Palais Bellevue

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Prunkstück: Die Holztreppe wurde aufwändig saniert und mit der vorgeschriebenen Geländer-Erhöhung versehen. Unser Foto zeigt von links Walter Baczewski (für den Sponsor Kasseler Bank), Kulturamtschefin Dorothée Rhiemeier und Dr. Bernhard Lauer.

Kassel. Es dauert keine vier Wochen mehr und im frisch renovierten Palais Bellevue wird das neue auf Hochglanz gebrachte Brüder-Grimm-Museum wiedereröffnet: am Sonntag, 22. Januar.

Ein Jahr lang haben die zum Teil kniffeligen Sanierungsarbeiten, etwa an der kunstvollen dreiläufigen Holztreppe, gedauert. Jetzt strahlen die historischen Räume an der Schönen Aussicht in lange nicht gesehenem Glanz. 1,8 Millionen Euro hat die Stadt investiert.

Kurzclip: Museumschef Dr. Bernhard Lauer über die Wiedereröffnung

Auch Museumschef Dr. Bernhard Lauer strahlt. Mit seinen Mitarbeitern ist er zurzeit damit beschäftigt, die 400 Exponate der Sammlung auszupacken und auf insgesamt 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche in Vitrinen, an den Wänden und auf Podesten in Positur zu bringen.

Dabei haben sich die Museumsmacher attraktive Neuheiten für die Präsentation der Grimm-Schätze ausgedacht. Hingucker wird das für die Ausstellungsräume geplante Dekor sein: Nachdrucke von Original-Tapeten, unter anderem aus der Kasseler Wohnung der Grimms an der Wildemannsgasse. So wird beispielsweise das Herzstück der Ausstellung, der Raum, in dem erstmals dauerhaft das Weltdokumentenerbe, die Handexemplare der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen, ausgestellt sind, mit einer Tapete geschmückt sein, die der Dichter-Freund Clemens Brentano entworfen hat: goldfarbene Sterne auf samtblauem Untergrund. „Es wird märchenhaft aussehen“, sagt Lauer.

Fotos: Brüder-Grimm-Museum zieht ins Palais Bellevue ein

Brüder-Grimm-Museum zieht ins Palais Bellevue ein

Die Räume für die Dauerausstellung, die sich jetzt von fünf auf zehn Räume verdoppelt hat, befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss des Palais’. Sie haben thematische Schwerpunkte wie „Schulzeit und Studium in Marburg“, „Göttinger Sieben“ oder „“Nachwirken“. Ein zentraler Platz ist dem Maler-Bruder Ludwig-Emil Grimm gewidmet.

Mehr zum Thema finden Sie auch im RegioWiki.

Die Besucher des Museums dürfen sich jetzt nicht nur darauf freuen Altbekanntes wiederzusehen, sondern auch viele Neuerwerbungen. Lauer: „Wir sind überglücklich, dass wir aus Nachlässen viele authentische Stücke erwerben konnten.“ Beispielsweise wird eine spätbarocke Nuss-Kommode gezeigt, die einst in Ludwig-Emils Wohnung stand. Auch eine Schülerzeichnung mit Kassel-Motiv, die Jacob und Wilhelm im Alter von 14 und 15 Jahren schon gemeinsam angefertigt haben, ist zu bewundern. Weil Lauer seine Etats von zwei Jahren zusammengelegt hat, standen ihm für die Neuwerwerbungen 90 000 Euro zur Verfügung.

Das Brüder-Grimm-Museum wird künftig über die rückwärtige Gartenseite betreten, wo demnächst der Haupteingang entsteht.

Von Christina Hein

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