2030 werden in Kassel 18 000 über 60-Jährige berufstätig sein

Rente mit 67: Wenige Firmen in Kassel sind vorbereitet

Kassel. Arbeitnehmer werden immer älter. Wenn im Jahr 2030 die stufenweise Anhebung der gesetzlichen Regelaltersgrenze auf 67 Jahre abgeschlossen ist, sind in Deutschland 8,8 Millionen Menschen zwischen 60 und 66 Jahre alt.

In Kassel werden es 18.000 sein. Sofern sie noch gesund sind, müssen sie erwerbstätig sein, wollen sie Abzüge ihrer Rente vermeiden.

Rente mit 67 bedeutet auch eine Umstellung für die Betriebe. Sie müssen sich auf ältere Mitarbeiter einstellen und entsprechende Arbeitsbedingungen schaffen. Diese Einsicht sei bei den meisten Firmen jedoch noch nicht angekommen, sagt Dr. Knut Tullien vom soziologischen Forschungsinstitut der Universität Göttingen, die zusammen mit der Uni Kassel zum Thema „Beschäftigungsfähigkeit Älterer“ forscht: „Es ist auffällig, dass in der überwiegenden Zahl der Unternehmen sehr wenig oder gar nichts in Bezug auf die Schaffung alters- und alternsgerechter Beschäftigungsbedingungen geschieht“, sagt Tullien. Auch seitens der Tarifparteien beobachte er wenig konkrete tarifpolitische Initiativen: „Für älter werdende Arbeitnehmer wird einfach zu wenig getan.“

„Es muss sich vor allem im Bewusstsein der Arbeitgeber etwas ändern. Es gilt, Vorurteile abzubauen“, sagt Michael Rudolph, DGB-Vorsitzender der Region Nordhessen. Es sei doch verwunderlich, dass angesichts des Fachkräftemangels die über 55-Jährigen die größte Gruppe der Arbeitslosen stellen. „Da gibt es noch viel zu tun.“

Anders bei VW in Baunatal, wo aktuell 15 000 Menschen beschäftigt sind. „In 15 Jahren wird bei uns jeder zweite Arbeitnehmer über 50 Jahre alt sein“, sagt VW-Sprecher Rudi Stassek. Deshalb hat sich VW schon vor fünf Jahren auf den Weg gemacht, systematisch umzustrukturieren. So gebe es beispielsweise jetzt schon viele Arbeitsplätze, die sitzend, stehend und im Wechsel verrichtet werden können.

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