Mehr Regionalität in Kasseler Gastronomie

Renthof setzt auf Produkte heimischer Anbieter

Erfrischungsgetränke aus der Region: Renthof-Betreiber Rainer Holzhauer (von links), Küchenchef Till Rettig und Miteigentümer Uwe Kleinkauf haben das Angebot im Renthof umgekrempelt.
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Erfrischungsgetränke aus der Region: Renthof-Betreiber Rainer Holzhauer (von links), Küchenchef Till Rettig und Miteigentümer Uwe Kleinkauf haben das Angebot im Renthof umgekrempelt.

Schon beim Blick auf die Speisekarte wird deutlich, dass sich in der Gastronomie des Kasseler Renthofs einiges getan hat. Regionalität steht jetzt deutlicher im Mittelpunkt.

Wer sich da für ein Saltinbocca vom Wildschwein mit gebratenen Edelpilzen und Getreidereis interessiert, bekommt gleich noch die Herkunft der Zutaten mitgenannt. Alles regionale Anbieter, von Stefan Zimmermann aus dem Reinhardswald (Wild) über die Pilzzucht Braun aus Wabern-Unshausen bis zum Hofgut Klein Schneen (Friedland). Beim veganen Angebot mit Blumenkohl und Tofu kommen dann die „Tofufaktur Witzenhausen“ und der Biolandhof Engemann (Willebadessen) hinzu. „Wir setzen komplett auf regionale Partner und zunehmend auch auf Bioprodukte“, sagt Küchenchef Till Retting. Je nach Saison werde die Karte angepasst.

Seit November habe man die Coronapause intensiv für eine konsequent regionale Ausrichtung genutzt, sagt Renthof-Miteigentümer Uwe Kleinkauf, der auch über die Well-Being-Stiftung in der Region aktiv ist. Über die langjährigen Partner vom Gut Kragenhof, Internetrecherchen und andere heimische Anbieter habe man immer neue interessante Produzenten kennengelernt. „Die kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern“, sagt Renthof-Betreiber Rainer Holzhauer (Der Grischäfer). Von der „Limo-nah-de“ aus Marsberg bis zum Bier von der Hütt-Brauerei in Baunatal, Mineralwasser aus der Rhön und Säften der T. Meissner Fruchthandels GmbH aus Kassel biete man jetzt schon viele heimische Getränke an. Beim Wein sei das schwieriger, aber da setze man bevorzugt auf deutsche Bio-Winzer. Weine aus Übersee gibt es im Renthof nicht mehr. Der fair gehandelte Kaffee wird übrigens auch in der Region geröstet.

Mit dieser Herangehensweise wolle man zeigen, dass es bei nachhaltigem Wirtschaften nicht um Verzicht gehe. „Was wir anbieten, ist lecker regional“, sagt Kleinkauf.

Bis zum Jahr 2030 sollen Gastronomie und auch der Hotelbetrieb im Renthof komplett umgestellt sein. Auch im Hotelbereich habe man sich genau angeschaut, wie man nachhaltiger arbeiten könne. Das fängt bei den Betten aus Holz mit Matratzen aus Biokautschuk und Rosshaar an und setzt sich über die Reinigungsmittel fort. Gäste, die das nicht wollen, müssen sich nicht täglich frische Handtücher bringen und die Betten neu beziehen lassen.

Seit dem Start im documenta-Jahr 2017 hat sich der komplett sanierte mittelalterliche Renthof zu einer sehr guten Adresse auch für auswärtige Besucher entwickelt. Die wolle man mit dem regionalen Angebot von den Stärken Nordhessens überzeugen, sagt Renthof-Miteigentümer Kleinkauf. Natürlich auch mit Ahler Wurscht. Die liefert der Metzger Axel Kramer aus Borken-Nassenerfurth, der auch in der benachbarten Markthalle vertreten ist.

Und die Nachspeise? Da könnte man zum Beispiel eine Käseplatte mit Früchtebrot nehmen. Vom Eschenhof Altenhasungen, der Hofkäserei Jacobi (Borgentreich, Westfalen) und vom Biohof Engemann. Das Eis zum Dessert kommt dann von „Griesel’s Milchhof“ aus Gudensberg/Obervorschütz. (Thomas Siemon)

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