Nutzungspläne von Gastronom Holzhauer und Investor Kleinkauf

Diese Pläne favorisiert die Stadt: Renthof soll Hotel werden 

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Kassels ältester Gebäudekomplex: Der Renthof mit der Alten Brüderkirche, die heute für Veranstaltungen genutzt wird.

Kassel. Der historische Renthof soll nach den Vorstellungen der Stadt zum Hotel- und Restaurantbetrieb werden, der auch die benachbarte Alte Brüderkirche als Veranstaltungsort mitbetreibt.

Unter mehreren Bietern für den Gebäudekomplex favorisiert das Rathaus ein entsprechendes Nutzungskonzept von Gastronom Rainer Holzhauer (Grischäfer, Bad Emstal) und dem Kasseler Investor Uwe Kleinkauf (Well Finance).

Mit ihnen solle in den kommenden Wochen über Details verhandelt werden, sagte Rathaussprecherin Petra Bohnenkamp auf HNA-Anfrage. Das letzte Wort beim Verkauf hätten aber die politischen Gremien der Stadt. Über einen Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Wie Stadtbaurat Christof Nolda und Kämmerer Dr. Jürgen Barthel vor einiger Zeit betonten, sei dies aber nicht der springende Punkt.

Wichtiger sei, dass ein Investor die denkmalgerechte Sanierung der Immobilie garantiere. Allein dafür müssen drei Millionen Euro aufgewendet werden, schätzt das städtische Denkmalamt. Zudem solle Kassels ältestes Baudenkmal, dessen Ursprünge ins 13. Jahrhundert zurückreichen, so genutzt werden, dass auch die Öffentlichkeit Zugang hat.

Rainer Holzhauer sagte zu der Vorentscheidung: „Wir werden den Renthof mit sehr viel Freude und Engagement entwickeln, wenn wir zum Zuge kommen.“ So weit wie irgend möglich solle das mittelalterliche Ambiente konserviert werden, von den geplanten 50 bis 60 Hotelzimmern solle „jedes zu einer kleinen Schatzkammer“ mit ganz individuellem Gepräge gestaltet werden. Ein weiterhin geplantes Restaurant solle sich nicht lediglich an Hotelgäste, sondern an das gesamte Kasseler Publikum richten. Gestalterisch sei alles noch offen, „bei unseren Planungen sehen wir den Denkmalschutz als Partner an“, sagte der Gastronom.

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Neben Holzhauer und Kleinkauf haben noch weitere Bieter ihr Interesse für den Renthof bekundet. Nach HNA-Informationen gehören dazu ein Hotelier aus dem Kasseler Umland sowie ein Konsortium von Alternativmedizinern, die das bis 2013 als Altenheim genutzte Gebäude zum Behandlungszentrum machen möchten.

Ein fertiges, aber nicht abgegebenes Angebot für den Renthof hat auch Dentallabor-Unternehmer Bernd Hartl in der Schublade liegen. Hartl hat seine Firma nebenan im früheren Theaterfundus-Bau an der Karl-Branner-Brücke, er kennt Rainer Holzhauer gut.

„Ein Hotel dort ist nicht gerade das, was ich mir gewünscht habe“, sagte Hartl: „Das bringt mehr Verkehr – von daher war das Altenheim ideal.“ Dennoch werde er Holzhauers und Kleinkaufs Pläne „mit kritischer Sympathie begleiten: Man lebt nun mal nicht allein auf der Welt.“

Seine eigenen Konzeptvorschläge – unten Räume für eine Kita, vorn ein Café „mit künsterischem Anspruch“, ansonsten Wohnungen für Studierende – habe er von einem Architekten „nur für den Fall“ planen lassen, dass die Stadt den Renthof an einen aus seiner Sicht völlig unverträglichen Nutzer verkaufen wolle.

Von Axel Schwarz

Fotos: Der Renthof in Kassel

Der Renthof in Kassel

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