Projektgruppe soll klären, ob Musikakademie an der Fulda angesiedelt werden kann

Renthof unter der Lupe

Blick aus der Luft: Links unten ist der ehemalige Fundus an der Fulda zu sehen. Dahinter liegt der Renthof. Das historische Gebäude wird als Altenheim genutzt. Nach dessen Auszug könnte es Standort der Musikakademie werden. Foto: Sozialgruppe Kassel / nh

Kassel. Was wird aus dem Renthof, wenn er nicht mehr als Altenheim dient? Noch gibt es darauf keine endgültige Antwort. Ob der Renthof als Haus der Musik genutzt werden kann, ist weiter unklar.

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Eine im November gebildete Projektgruppe unter Leitung von Prof. Hans-Joachim Neukäter, Leiter des Amtes für Hochbau und Gebäudemanagement, soll nun klären, ob die Musikakademie in dem historischen Bau an der Fulda untergebracht werden kann.

Nach Auskunft von Rathaussprecher Hans-Jürgen Schweinsberg soll die Projektgruppe bis zum Frühjahr 2012 zu einem Ergebnis kommen. Dazu wird sie den Baubestand und den Zustand des Gebäudes bewerten, ein auf die Nutzung zugeschnittenes Anforderungsprofil und ein Bauprogramm erstellen sowie das Vorhaben unter wirtschaftlichen und gebäudetechnischen Aspekten bewerten. Wenn den Plänen grundsätzlich nichts im Wege steht, sollen ein Raumkonzept erarbeitet sowie die Sanierungs- und Umbaukosten geschätzt werden.

Altenheim mit 53 Plätzen

Noch unterhält die Sozialgruppe Kassel im Renthof ein Altenheim mit 53 Plätzen. Im Frühjahr 2013 werden die Bewohner in das neue Alten- und Pflegeheim am Unterneustädter Kirchplatz ziehen, das dort zurzeit entsteht. Die Räume im Renthof entsprechen nicht mehr den Anforderungen.

Für eine neue Nutzung müsste das Renaissancegebäude an der Fulda komplett umgebaut werden. Die Idee, darin ein Haus der Musik einzurichten, wird von mehreren Initiativen in der Stadt unterstützt. Auch deshalb, weil es historische Bezüge gibt. Der Komponist Heinrich Schütz war Anfang des 17. Jahrhunderts Schüler in dem von Landgraf Moritz dem Gelehrten gegründeten Mauritianum, das sich im Renthof befand.

Das Gebäude, das mit der Alten Brüderkirche und dem ehemaligen Fundus an der Fulda sowie dem Marstall-Gebäude gegenüber ein beeindruckendes historisches Ensemble bildet, bietet etwa 1200 Quadratmeter Platz - ohne das Dachgeschoss. Der angemeldete Platzbedarf der Musikakademie ist doppelt so groß. Zurzeit belegt sie mit ihren über 200 Studierenden etwa 1700 Quadratmeter im Gebäude des Großkinos Cinestar am Karlsplatz.

In dem Renthof-Flügel an der Kettengasse ließe sich nach den Vorstellungen der Initiativen, die das Vorhaben unterstützen, auch ein bislang in Kassel fehlender Kammermusiksaal einrichten. Eine Gedenkstätte für den Komponisten Heinrich Schütz ist eine weitere Option, die von ihnen ins Spiel gebracht wurde.

Von Ellen Schwaab

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