Neue Brille ist unerschwinglich

Rentner ist auf Unterstützung angewiesen - Aktion Advent hilft ihm

Die Klage zur Doppelbesteuerung der Rente wurde abgewiesen. Dennoch könnte eine große Änderung bevorstehen. (Symbolbild)
+
Trotz langem Arbeitsleben kann die Rente klein ausfallen: Betroffene Rentner kommen damit kaum über die Runden. (Symbolbild)

Eine neue Brille ist für Karl T. eingroßer Wunsch. Für ihn ist sie jedoch unerschwinglich – deshalb hilft die Aktion Advent.

Seine Rente ist so gering, dass der fast 80-Jährige zusätzlich auf Grundsicherung angewiesen ist. Hinter ihm liegt ein hartes und arbeitsreiches Leben, seit seiner Kindheit geprägt von vielen Entbehrungen. Seinen Vater hat der gebürtige Magdeburger nie kennengelernt. Die Mutter erhielt ein Standardkondolenzschreiben, ihr Mann sei während des Kriegs in Stalingrad gefallen. So musste sie sich und ihre Kinder alleine durchbringen. 

Am 17. Mai 1953 hörte er in Magdeburg die Kugeln pfeifen, als die Sowjetarmee den Volksaufstand niederschlug. Streiks, Demonstrationen, Unruhen und Aufruhr wurden in über 700 Städten und Gemeinden in der DDR an diesem Tag verzeichnet. Mehr als eine Million Menschen beteiligten sich daran – auch in Magdeburg.

Zwei Jahre später machte Karl T. sich mit seiner Mutter, den Schwestern und einer anderen jungen Frau auf den Weg in den Westen. Doch es kam zu Schwierigkeiten, weil Papiere nicht in Ordnung waren. Als ältestes Kind musste er mit der jungen Frau an der Grenze bleiben, während seine Mutter und Schwestern nach Hannover fuhren.

Erst vier Züge später konnte Karl T. weiterreisen. Und seine Mutter fand er erst zwölf Jahre später wieder. Da er minderjährig war, wurde er in Hannover von der Polizei aufgegriffen und hatte die Wahl: Entweder den Weg ins Heim antreten oder in die Landwirtschaft gehen, für die er sich entschied.

Jahrelang arbeitete er hart für Kost, Logis und ein Taschengeld. Zeit seines Lebens war er Melker. Es war ein entbehrungsreiches Arbeitsleben: Um drei Uhr morgens begann der Tag, um das Vieh zu melken, denn bereits drei Stunden später kam der Milchwagen. Im Sommer gingen die Arbeitstage bis in den späten Abend.

So sah Karl T. seine Kinder kaum. Mittlerweile ist der Sohn gestorben, den Kontakt zur Tochter hat er verloren. Seine Frau ist vor zwei Jahren umgefallen, musste reanimiert werden und wurde zwei Wochen von Maschinen am Leben erhalten. Schweren Herzens entschied er sich, sie gehen zu lassen.

Bis heute leidet Karl T. unter dem Verlust. Er ist er selbst mehrfach erkrankt: Eine neue Hüfte wurde eingesetzt und auf der Lunge ein Schatten entdeckt, sodass ein Teil entfernt wurde. Froh ist er über seine netten Nachbarn, die sich um ihn kümmern. Damit er sich der Wunsch einer Brille erfüllt, hilft die Aktion Advent.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.