Hügin Group stellt brandschutztechnische Einsatz- und Krisenstäbe

Wo sich viele Menschen versammeln, gelten besonders strenge Sicherheitsregeln: Große Einkaufszentren gehören zum Kundenkreis der Kasseler Brandschutz-Experten von Hügin. Unser Bild zeigt die Altmarkt-Galerie in Dresden. Fotos: dpa

Kassel. Durch Feuergefahr kann in Einkaufszentren, Universitäten oder großen Freizeitanlagen schnell ein hoher Millionenschaden entstehen – und dazu muss es nicht einmal brennen. Spezialisten der Kasseler Hügin Group helfen in solchen Fällen, finanzielle und tatsächliche Katastrophen zu verhüten.

Das Konzept eines brandschutztechnischen Einsatz- und Krisenstabes sei in Deutschland bislang ohne Beispiel, sagt Geschäftsführer Lothar Hügin.

Er nennt einen exemplarischen Fall, wo die 30 Brandschutzsachverständigen, Juristen und speziell ausgebildeten Feuerwehrleute zu Hilfe gerufen werden: Irgendwo in Deutschland steht ein Einkaufszentrum kurz vor der Eröffnung. Über 100 Ladenbetreiber haben sich mit Angebotsware eingedeckt, teure Werbekampagnen gestartet – und viele haben auch ihre bisherigen Geschäftslokale gekündigt.

Nun tritt kurz vor dem großen Tag der gebäudetechnische GAU ein: Zum Beispiel durch Überschwemmungswasser in einem noch unfertigen Baubereich funktioniert auf einmal die Brandschutzanlage nicht korrekt. „Das sind ja keine einfachen Rauchmelder“, erklärt Hügin. Es gehe um „ein hochkomplexes Computersystem, das mehrere Tausend Schaltvorgänge auslöst“. Wenn irgendwo in so einem Riesengebäude Brandrauch geortet werde, springe eine Kette von Entlüftungssystemen an, zugleich würden bestimmte Türen automatisch geschlossen, Fahrstühle blockiert beziehungsweise in bestimmte Etagen gelenkt.

Ist diese Abfolge auch nur in Teilen außer Funktion, so hat das laut Lothar Hügin eine zwingende Konsequenz: „Die Brandschutzbehörden werden die Eröffnung untersagen.“ Die Aussicht auf immense Schadenersatzforderungen treibe jedem betroffenen Projektleiter den Angstschweiß auf die Stirn.

Entsprechend verzweifelt klängen dann die Anrufe bei Hügin in Kassel. Der kurzfristigste Hilferuf sei am Vorabend einer Eröffnung um 22 Uhr eingegangen, erzählt Lothar Hügin. „Und das Objekt war 500 Kilometer von Kassel entfernt.“

In solchen Fällen seien Hügin-Mitarbeiter schon Minuten später auf der Autobahn und versuchten, sich per Telefon einen Überblick zu verschaffen. Vor Ort bauen sie eine eigene Einsatzzentrale mit Funkgeräten, Telefonen und Computern auf, ziehen je nach Objektgröße bis zu 40 Leute zusammen und machen sich umgehend daran, die Brandschutzpläne zu wälzen. Dann stehen eine oder mehrere durchwachte Nächte bevor. Hügin: „Wir müssen uns in Stunden erschließen, was andere in zwei Jahren Bauzeit nicht verstanden haben.“ Das Ziel der Truppe: Alles, was die Anlage normalerweise automatisch macht, muss im Ernstfall in kürzester Zeit durch eine Alarmkette menschlicher Eingriffe gesteuert werden.

Wenn das Konzept dafür steht und auch die Behörden überzeugt, setzen diese ihren Stempel drunter – der Eröffnung steht nichts mehr im Wege, und die Bau-Verantwortlichen können durchatmen. Hügin-Prokuristin Ursula Buchmann hat einige kennengelernt, die „seit drei Tagen und Nächten nicht mehr geschlafen“ hatten. Weitere Artikel

Von Axel Schwarz

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