Rettungshundestaffel Nordhessen sollte nach Japan fliegen - Einsatz wegen atomarer Gefahr abgesagt

Retter waren schon startbereit

Waren schon startklar: Roland Krause, Sonja Kensy und Argon. Ihr Einsatz in Japan wird aber wegen der atomaren Gefahren ausfallen müssen. Foto:  DRV Nordhessen/nh

Kassel. Die Katastrophe in Japan beschäftigt auch Rettungskräfte in unserer Region. Die Hundestaffel Nordhessen vom Deutschen Rettungshundeverein (DRV) war vom Melde- und Lagezentrum der Bundesrepublik in Bonn am Samstag in Einsatzbereitschaft versetzt worden. Sie sollte bei der Suche nach Verschütteten im Erdbebengebiet eingesetzt werden.

Atomare Gefahrenlage

Die Vorbereitungen liefen schon auf Hochtouren, aber das Team mitsamt Hund wird nun doch nicht nach Japan fliegen. Dem Melde- und Lagezentrum werde mitgeteilt, „dass von unserer Organisation und deren Kooperationspartner aufgrund der nicht einschätzbaren atomaren Gefahrenlage keine Helfer entsendet werden“, teilte am Sonntagvormittag der Vorsitzende der DRV Rettungshundestaffel Nordhessen, Christof Fischer, mit.

„Die Gesundheit der ehrenamtlichen Helfer geht einfach vor.“ Damit habe sich der Einsatz erledigt, denn nach drei oder vier Tagen mache die Suche nach Überlebenden keinen Sinn mehr, so Fischer. Die Staffel trainiert regelmäßig in 14 nordhessischen Waldgebieten, unter anderem in Kassel.

Ursprünglich war geplant, Bauingenieur Roland Krause aus Kassel und Tierärztin Sonja Kensy aus Steinhagen mit Hund Argon nach Japan zu schicken. Der vier Jahre alte Schäferhund-Schnauzer-Mix sei speziell ausgebildet, sagt Christof Fischer: „Argon darf keine Kleidungsstücke und keine Toten anzeigen, sondern nur lebende Menschen.

Laut Fischer „haben wir in Nordhessen den einzigen geprüften Rettungshund für Trümmereinsätze im Ausland“. Die Staffel habe bereits Erfahrungen bei Auslandseinsätze gesammelt, so beispielsweise bei dem großen Beben in Haiti im Jahr 2010.

THW und DRK gespannt

Auch beim Technischen Hilfswerk (THW) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in der Region beobachte man die Lage in Japan gespannt.

Bisher habe es auf Kreisebene noch keine Bitte um Unterstützung gegeben, sagt DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold Toepsch.

Eine Schnelleinsatzeinheit vom THW wird heute in Japan erwartet. Es seien aber keine Helfer aus der Region dabei, sagt THW-Geschäftsführer Hans-Joachim Gerhold. (awe/tos)

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