Rheinmetall bessert nach: 200 Stellen sollen bleiben

Kassel. Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall Landsysteme will in Kassel mehr Arbeitsplätze erhalten als zunächst geplant. Nach Angaben von Geschäftsführer Ralf Prechtl könnte der Standort mit 180 bis 200 Mitarbeitern weitergeführt werden.

Bisher war die Rede davon gewesen, dass von derzeit 410 Stammbeschäftigten lediglich 100 übrig bleiben sollten. An dem geplanten Personalabbau will das Unternehmen aber festhalten: Von 1400 Stellen an bundesweit vier Standorten sollen 400 wegfallen, davon in Kassel etwa 150.

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Für Kassel stellte die Geschäftsführung in Aussicht, dass die Schweiß- und Lackierbereiche als „produktive Kernfunktionen“ bestehen bleiben könnten. Damit weicht Rheinmetall von seiner Planung ab, aus Kostengründen sämtliche Doppelstrukturen im Unternehmen abzuschaffen: Auch im niedersächsischen Unterlüß wird unter anderem geschweißt und lackiert. An dem Standort in der Südheide will Rheinmetall Landsysteme seine Aktivitäten stärker bündeln. In Unterlüß, wo alle Testanlagen für die Militärfahrzeuge stehen, soll künftig die vollständige Serienfertigung des Schützenpanzers Puma angesiedelt werden. Auch die Unternehmensleitung wird von Kiel dorthin verlegt.

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Zuletzt aktualisiert um 15.50 Uhr.

Für Kassel hatte es bislang geheißen, dass es für 150 nordhessische Rheinmetall-Werker ein Versetzungsangebot nach Unterlüß geben solle. Mit der neuen Planung würde das nur noch etwa 50 Mitarbeiter betreffen, sagte Geschäftsführer Prechtl. Das korrigierte Szenario solle ein Schritt auf die Arbeitnehmerseite zu sein, um deren Gesprächsbereitschaft über eine schlankere Unternehmensstruktur zu befördern. Bisher waren die Fronten auf betrieblicher Ebene verhärtet. Bei Kundgebungen hatte die Kasseler Belegschaft ihre Streikbereitschaft bekundet. Firmenchef Prechtl sagte gegenüber der HNA, angesichts deutlicher Umsatzrückgänge und schrumpfender Verteidigungsbudgets brauche Rheinmetall Landsysteme dringend Veränderungen, um die verbleibenden Jobs auf Dauer absichern zu können. „Unsere Hoffnung ist, dass wir zum Jahresende in die Umsetzung kommen“, sagte Prechtl.

Nachdem der Betriebsrat das Nachbesserungsangebot erhalten hat, scheinen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite die Fühler auszustrecken. Noch redet man nicht offizell miteinander, doch der Kasseler Betriebsratschef Reinhard Müller deutete an, dass es Sondierungen gebe: „Das ist jetzt auch ein Stück Diplomatie.“ Inhaltlich wollte Müller die Ausführungen der Firmenleitung noch nicht kommentieren: „Da ist im Moment vieles nebulös.“ Eine Ankündigung, man wolle díe Schweißerei in Kassel erhalten, „kann heißen, dass da 30 Leute arbeiten sollen oder auch nur drei“, sagte Müller. „Wir haben aber den Eindruck, dass jetzt Bewegung in die Sache kommt.“

Von Axel Schwarz

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