Rüstungskonzern prüft Szenarien für Job-Abbau in Kassel

Rheinmetall: Hunderte Stellen stehen in Kassel auf der Kippe

Kassel. Beim Kasseler Panzerbauer Rheinmetall Landsysteme (RLS) könnten viele der 450 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. In einer Betriebsversammlung wurden Szenarien für eine Neuordnung des Geschäfts an den vier deutschen Standorten des Kettenfahrzeugbaus von Rheinmetall vorgestellt.

Jede dieser Optionen hätte eine drastische Verkleinerung des Mitarbeiterstamms in Kassel zur Folge, befürchten Betriebsrat und Gewerkschaft.

Rheinmetall beschäftigt in Kassel fast 1000 Menschen – davon je etwa 450 in der Panzersparte RLS und im militärischen Radfahrzeugebau sowie etliche Leiharbeitskräfte.

Noch im März hatte Rheinmetall-Vorstandschef Klaus Eberhardt Rekorde bei Umsatz und Gewinn verkündet und für 2012 ein weiteres Wachstum um zehn Prozent auf 4,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Doch inzwischen haben sich die Ertragsperspektiven für das Rüstungsunternehmen offenbar eingetrübt. So hat das Bundesverteidigungsministerium kürzlich seinen Auftrag über ursprünglich 405 Puma-Schützenpanzer auf 350 Exemplare reduziert. Hauptauftragnehmer sind Rheinmetall Landsysteme und der ebenfalls in Kassel ansässige Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann.

Im Auftrag von Rheinmetall haben externe Wirtschaftsberater Vorschläge vorgelegt, wie die Produktion an den vier RLS-Standorten Kassel, Kiel, Unterlüß und Gersthofen gestrafft werden könnte. Parallel hat das Unternehmen mitgeteilt, dass in Kassel mehrere Führungskräfte ersatzlos ausgeschieden sind. Der örtliche Betriebsrat wertet dies als Indiz dafür, dass die Zeichen in Kassel auf Personal- und Beschäftigungsabbau stehen.

Die Rheinmetall-Geschäftsführung äußerte sich nur verklausuliert zu den Plänen für den Kasseler Standort: Es gehe um das Projekt „Zukunftssicherung“. Ziel seien „effizientere Strukturen und Prozesse“.

Mehr zum Thema am Dienstag in der gedruckten Ausgabe.

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